Gesundheit aus dem All: "Einige Krankenhäuser nutzen Technologien aus dem Weltraum"

Interview mit Dr. Simone Evetts

Er ist eine Art "Pille" McCoy, denn er hält Astronauten fit: Dr. Simon Evetts ist bei der Europäischen Raumfahrtagentur ESA verantwortlich für die Gesundheit der Weltraumfahrer. MEDICA.de sprach mit ihm über Astronautensport, Weltraumtechnologie und den Nutzen für uns Erdbewohner.

24.03.2014

Foto: Dr. Simone Evetts

Dr. Simone Evetts; ©privat

MEDICA.de: Dr. Evetts, seit 15 Jahren befassen Sie sich bereits mit Weltraumgesundheit. Was ist das Ziel Ihrer Arbeit?

Simon Evetts: Wir wollen herausfinden, auf welche Art wir die gesundheitlichen Risiken wie Muskel- und Knochenschwund für die Astronauten durch die Schwerelosigkeit im All lösen können und wie wir diese Ergebnisse auch auf der Erde nutzen können.

MEDICA.de: Waren Sie auch schon einmal im Weltraum?

Evetts: Nein, bisher nicht. Wir forschen auf der Erde.

MEDICA.de: Brauchen Sie denn nicht Schwerelosigkeit dazu?

Evetts: Wir haben einen einfachen Weg gefunden, um die Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf den menschlichen Körper zu untersuchen. Denn wir konnten feststellen, dass beispielsweise Patienten in Krankenhäusern, die lange Bettruhen einhalten müssen, unter ähnlichen Symptomen leiden wie die Astronauten. Erst recht, wenn wir in Bettruhe-Studien die sogenannte "head-down tilt"-Position anwenden. Dabei liegt die Person mit den Füßen leicht erhöht und das Blut fließt von den tieferen Körperteilen in die höheren. Dasselbe geschieht in der Schwerelosigkeit.
Foto: Astronaut fährt vor Weltraumstation auf einem Rad

Astronauten müssen im All trainieren, um dem Muskelabbau durch die Schwerelosigkeit vorzubeugen. Da der Platz an Bord gering ist, werden darüber hinaus Geräte speziell für den Weltraum entwickelt. So geschehen mit einem tragbaren Ultraschall-Gerät; © panthermedia.net / Sergey Drozdov

MEDICA.de: Dr. Evetts, seit 15 Jahren befassen Sie sich bereits mit Weltraumgesundheit. Was ist das Ziel Ihrer Arbeit?

Simon Evetts: Wir wollen herausfinden, auf welche Art wir die gesundheitlichen Risiken wie Muskel- und Knochenschwund für die Astronauten durch die Schwerelosigkeit im All lösen können und wie wir diese Ergebnisse auch auf der Erde nutzen können.

MEDICA.de: Waren Sie auch schon einmal im Weltraum?

Evetts: Nein, bisher nicht. Wir forschen auf der Erde.

MEDICA.de: Brauchen Sie denn nicht Schwerelosigkeit dazu?

Evetts: Wir haben einen einfachen Weg gefunden, um die Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf den menschlichen Körper zu untersuchen. Denn wir konnten feststellen, dass beispielsweise Patienten in Krankenhäusern, die lange Bettruhen einhalten müssen, unter ähnlichen Symptomen leiden wie die Astronauten. Erst recht, wenn wir in Bettruhe-Studien die sogenannte "head-down tilt"-Position anwenden. Dabei liegt die Person mit den Füßen leicht erhöht und das Blut fließt von den tieferen Körperteilen in die höheren. Dasselbe geschieht in der Schwerelosigkeit.
Foto: Natascha Mörs; Copyright: B. Frommann

© B. Frommann

Das Interview führte Natascha Mörs.
MEDICA.de