"Schmerzschrittmacher" mit langer Haltbarkeit

Winzig, wirksam, wiederaufladbar:
Neurostimulatoren
© Universität Heidelberg

Die Batterien des "Schmerzschrittmachers" können von außen aufgeladen werden und müssen deshalb bis zu zehn Jahre lang nicht ausgetauscht werden. "Die Neurostimulation ist für Patienten mit schweren chronischen Schmerzen oft die letzte Chance auf ein erträgliches Leben", erklärt Professor Dr. Volker Tronnier, Leitender Oberarzt der Neurochirurgischen Universitätsklinik Heidelberg.

In der Heidelberger Teststudie erhalten die Patienten neben dem externen Programmiergerät zur Feineinstellung zusätzlich ein System, mit dessen Hilfe sie die Batterien des Neurostimulators von außen aufladen können. Das Aufladegerät wird am Körper getragen. "Bislang müssen die Impulsgeber bei Batterieerschöpfung alle zwei bis fünf Jahre gewechselt, der Stimulator also bei einer kleinen Operation entfernt und durch einen neuen Impulsgeber ersetzt werden", erklärt Dr. Rasche.

"Wir rechnen damit, dass dies bei dem neuen System, ja nach Intensität der Stimulation, erst nach acht bis zehn Jahren erforderlich ist", so der Wissenschaftler. Für die meisten Patienten wahrscheinlich ein Vorteil - denn für sie ist das Gerät zum unersetzlichen Begleiter geworden.

Das Haupteinsatzgebiet liegt bei so genannten radikulären Schmerzen, bei denen der Schmerz vor allem in die Arme oder Beine ausstrahlt. Rückenschmerzen oder Schmerzen, die durch Abbau der Knochensubstanz in der Wirbelsäule entstehen, können mit dieser Behandlungsmethode nicht beeinflusst werden.

Neurostimulatoren werden seit den siebziger Jahren zur Behandlung schwerer Dauerschmerzen eingesetzt. Weltweit sind bislang ca. 15.000 Patienten damit versorgt worden. Vor allem Patienten, die an unerträglichen Schmerzen nach Nervenschädigungen, zum Beispiel nach Bandscheibenoperation, aber auch durch Durchblutungsstörungen leiden, sind Kandidaten für die Stimulationsbehandlung.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg