Dr. Thomas Rosemann, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung für Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung des Universitätsklinikums Heidelberg, hat die Studie durchgeführt. Diese umfasst eine akribische Dokumentation von 56 Einzelfaktoren sämtlicher Patienten über 18 Jahren mit Überweisung in 25 Arztpraxen mit Spezialisierung und bei 26 Hausärzten über einen Zeitraum von fünf Wochen.

Die Ergebnisse: Mehr als 90 Prozent der regulären Überweisungen waren nicht nur angemessen, sondern belegbar zu einem Ziel führend. Nur zehn Prozent der Patienten hätte früher überwiesen werden können, bei knapp sechs Prozent wäre eine Überweisung nicht notwendig gewesen. Über 80 Prozent der Patienten kamen beim Facharzt gut vorbereitet an, so konnten die Fachärzte in knapp 65 Prozent der Fälle schwere Erkrankungen unmittelbar ausschließen.

Lediglich bei 55 Prozent der Patienten war eine Therapieunterstützung durch den Facharzt gefragt. Bei 60 Prozent genügten Therapieempfehlungen, die bei 51 Prozent in Therapieverbesserungen mündeten. Auf der Strecke blieb auch das alte Vorurteil der mangelhaften Informationsübermittlung zwischen niedergelassenen Ärzten: Fast 80 Prozent der Befunde landeten zeitnah beim Kollegen.

Bei knapp 70 Prozent aller überwiesenen Patienten war ein klarer diagnostischer und bei etwas über 60 Prozent ein therapeutischer Nutzen klar darstellbar. Den endgültigen Todesstoß für den Mythos der angeblich so beliebten Selbstüberweisung lieferte ein "Nebenergebnis": Über 90 Prozent der Patienten waren zufriedener mit der Behandlung, wenn die Überweisung vom Hausarzt - und nicht von ihnen selbst - initiiert wurde.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg