Das Team um Prof. Dr. Markus Sauer von der Universität Bielefeld und Dr. Dirk-Peter Herten von der Universität Heidelberg schaffte es mit "Smart Probes", einzelne Stämme des Tuberkuloseerregers Mycobacterium mit hoher Sicherheit zu unterscheiden.

Diese Technologie für die Erkennung von Infektionskrankheiten ist wesentlich schneller als herkömmliche Methoden und lässt sich mit robusten, kostengünstigen und einfach zu handhabenden Geräten auch in weniger entwickelten Ländern anwenden.

"Bisher musste ein Patient manchmal einige Wochen warten, bis sein Arzt mit einer wirksamen Behandlung beginnen konnte", erläutert Sauer. Mykobakterien wachsen nur sehr langsam, das Anlegen einer Kultur war aber bisher meist die Vorraussetzung für eine eindeutige Diagnose, ohne die man das richtige Arzneimittel nicht auswählen kann. "Wir wollen diesen Zeitraum auf ein bis zwei Tage verkürzen, im Idealfall sogar auf wenige Stunden", nennt der Bielefelder Physiker das ehrgeizige Ziel.

"Smart Probes" sind kurze Abschnitte aus DNS. Die Säure ist bei den "Smart Probes" in Form einer Haarschleife angeordnet und an einem Ende mit einem fluoreszierenden Farbstoff markiert. Aus dem Auswurf eines Tuberkulosepatienten wird das Erbgut der Mykobakterien gewonnen. Wenn die "Smart Probes" darin eine bestimmte Struktur antreffen, binden sie daran und der Farbstoff kann ungehindert fluoreszieren.

Das gleiche Prinzip lässt sich auch einsetzen, um die Resistenz von Mykobakterien gegen Antibiotika zu ermitteln, da sich resistente und nicht-resistente Bakterien in ihrem Erbgut unterscheiden.

MEDICA.de; Quelle: Forschungsschwerpunkt Biophotonik