Dass Feinstaub die Gesundheit schädigen kann, weiß man. Wie hoch das Risiko einer Feinstaubbelastung mit feinen Partikeln im Durchmesser von weniger als 2,5 Mikrometern aber tatsächlich ist, war bislang nur wenig erforscht. Diese winzigen Teilchen erreichen die kleinen Alveolen wahrscheinlich einfacher als größere Teilchen.

Wissenschaftler der Johns Hopkins University in den USA haben dazu jetzt eine Studie gemacht. Sie analysierten die Daten von 11,5 Millionen Personen über 65 Jahre, die in 204 Städten der USA der Krankenversicherung Medicare angehörten. Insbesondere interessierten sich die Wissenschaftler dafür, ob die Personen wegen respiratorischer oder kardiovaskulärer Beschwerden behandelt werden mussten.

Neben der Datenbank von Medicare nutzten die Wissenschaftler auch Umweltdaten der Behörden zur Feinstaubbelastung mit Partikeln unter 2,5 Mikrometer im Durchmesser und die Temperaturen an den jeweiligen Messpunkten.

Als man die Daten miteinander verglich, zeigte sich ein klarer Zusammenhang zwischen der Feinstaubbelastung und Krankenhauseinweisungen: Stieg die Belastung, erhöhte sich auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen, und zwar der Einweisungen aus allen medizinischen Gründen bis auf Unfälle. Am größten war der Zusammenhang bei der Herzinsuffizienz. Stieg die Feinstaubbelastung um zehn Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, erhöhte sich das Risiko, wegen eines Herzinsuffizienz oder eines Herzversagens in das Krankenhaus eingewiesen zu werden, um das 1,28-fache. Dieser Zusammenhang war besonders deutlich in den östlichen Regionen der Vereinigten Staaten, vor allem im Nordosten, Südosten, Mittleren Westen und im Süden.

Diese Studie beweist nach Ansicht der Studienleiter die Gefährlichkeit des Feinstaubs gerade für ältere Menschen.

MEDICA.de; Quelle: Journal of the American Medical Association 2006, Vol. 295, S. 1127-1134