Das partnerschaftliche Verhältnis zwischen Arzt und Patient gewinnt in der Krebstherapie immer mehr an Bedeutung. Je weiter die Krebsforschung voranschreitet, desto größer können auch die Behandlungsspielräume werden. Die Folge: Bei jedem Therapieschritt sind Risiken und Chancen sorgfältig abzuwägen. Das gilt erst recht bei den besonders aggressiven Krebsarten wie den akuten Leukämien und Lymphomen, die meist einen sofortigen Therapiebeginn erfordern.

Ein Wissenschaftlerteam um Prof. Christina Schröder von der Selbständigen Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie der Universität Leipzig will herausfinden, wie die Autonomie der Patienten in diesem Entscheidungsprozess gestärkt werden kann. Grundlage der Untersuchung bildet die regelmäßige Befragung von Ärzten, Patienten und Angehörigen zum Entscheidungsprozess und zur gegenseitigen Interaktion.

" Die Erfahrung zeigt, dass die Patienten die Nebenwirkungen und das Behandlungsergebnis leichter verkraften, wenn sie die Entscheidung für den Therapieplan mitgetragen haben“, so der Soziologe und Sozialpädagoge Dr. Jochen Ernst.

Neben Patienten und Ärzten sollen auch Angehörige befragt werden. Prof. Dr. Christina Schröder: "Die Angehörigen sind eine enorm wichtige Stütze für die Patienten, die sich ja über Monate, manchmal Jahre in einer Extremsituation befinden. Wir wollen herausfinden, welche Rolle sie bei der Therapieentscheidung spielen und wie sie von Ärzten und Psychologen noch besser in den Entscheidungsprozess integriert werden können."

Bisherige Untersuchungen beziehen sich jedoch meist auf solche Tumorerkrankungen, deren Behandlung sich in wesentlichen Punkten von der Bekämpfung von Leukämien und Lymphomen unterscheidet. Bei Leukämien gibt es keinen Tumor, der sich operativ entfernen ließe.

MEDICA.de; Quelle: Universität Leipzig