Ärztliche Empfehlung zum Thema weibliche Genitalbeschneidung

Für Deutschland gibt es keine exakten Zahlen. Schätzungen von TERRE DES FEMMES zufolge handelt es sich um bis zu 20.000 Frauen und gefährdete Mädchen. Beschneidungen der Schamlippen und der Klitoris mit traditionsgebundenem Hintergrund gelten in Deutschland als Körperverletzung und sind strafbewehrt. Frauen nach genitaler Beschneidung können unter Schwierigkeiten beim Wasserlassen leiden sowie unter Schmerzen bei der Menstruation, unter wiederkehrenden Infektionen, Zysten, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und erheblichen Schwierigkeiten bei der Geburt, oder weil sie durch den Eingriff selbst schwer traumatisiert wurden und brauchen dann ärztliche Betreuung und Beratung.

Unter Frauenärzten gibt es einen großen Informationsbedarf zum Thema. Deshalb hat die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) für die Frauenärzte in Deutschland eine Empfehlung erarbeitet mit Hinweisen zum ärztlichen Umgang mit Frauen, die unter den Folgen einer Beschneidung leiden und ärztliche Hilfe benötigen.

Die Empfehlungen enthalten neben Informationen zu den gesundheitlichen Folgen von Genitalbeschneidung Hintergrundinformationen zur rechtlichen Lage in Deutschland. Sie weisen darauf hin, dass im Umgang mit den Frauen selbst der Begriff „Beschneidung“ oder auf englisch „Female Genital Cutting“ statt „Female Genital Mutilation“ verwendet werden sollte, weil der Begriff „Verstümmelung“ von vielen Frauen als verbale Verletzung und als ein weiterer Eingriff in die persönliche Integrität verstanden wird.

Die DGGG verurteilt jeden medizinisch nicht indizierten Eingriff und jede Verletzung am äußeren Genitale von Mädchen und jungen Frauen. Sie unterstützt alle nationalen und internationalen Maßnahmen und Aktivitäten, um diese Eingriffe und diese Tradition in Deutschland und weltweit zurückzudrängen.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe