Schon seit einiger Zeit ist wissenschaftlich bewiesen, was Generationen von Hebammen aus empirischer Erfahrung wussten: Schwangere, die ein Mädchen erwarten, haben häufiger mit Übelkeit zu kämpfen als Frauen, die mit einem Jungen schwanger gehen. Das gilt zumindest für Europa und Nordamerika. Ob das bedeutet, dass die Übelkeit – Hyperemesis gravidarum – auch schwerer ist als bei denjenigen, die einen Jungen erwarten, war nicht bekannt.

Das scheint aber tatsächlich so zu sein, wie jetzt eine Studie aus Malaysia nachweist. Wissenschaftler der University of Malaysia in Kuala Lumpur untersuchten 166 asiatische Frauen, die wegen einer Hyperemesis gravidarum in ein Krankenhaus eingeliefert wurden. Die Wissenschaftler analysierten insbesondere biochemische Marker, die auf die Schwere dieses Zustandes schließen lassen.

60,2 Prozent der Frauen wurden später von einem Mädchen entbunden. In einer Kontrollgruppe waren es dagegen nur 48,5 Prozent aller Schwangeren. Trugen die Frauen ein Mädchen aus, lagen die Harnsäurespiegel deutlich höher als in der Vergleichsgruppe. Außerdem litten diese Schwangeren häufiger an einer Ketonurie. Hatten die Frauen sowohl hohe Harnstoffwerte als auch eine Ketonurie, dann gebärten sie in 83 Prozent der Fälle ein Mädchen.

Der pathophysiologische Zusammenhang zwischen der Hyperemesis gravidarum und dem Geschlecht des Ungeborenen ist noch weitgehend unerforscht. Möglicherweise haben die Östrogenspiegel etwas damit zu tun. Nun soll der Zusammenhang zwischen der Östrogen /HCG-Ratio, Geschlecht des Ungeborenen und der Schwere einer Hyperemsis gravidarum untersucht werden.

MEDICA.de; Quelle: British Journal of Obstetrics and Gynaecology 2006, Vol. 113, S. 733-737