Übergewicht belastet Wirtschaft mit fünf Milliarden

Die Ausgaben für Adipöse fallen
immer stärker ins Gewicht
© Hemera

Unter schwer Adipösen, so zeigt die aktuelle KORA-Studie, ist der Anteil der Krankenhausfälle mit 9,9 Prozent doppelt so hoch, und der Anteil von Personen mit relativ starker Inanspruchnahme stationärer Leistungen mit 8,6 Prozent mehr als
viermal so groß wie bei Normalgewichtigen.

Die volkswirtschaftlichen Kosten des deutlichen Übergewichts werden auf 530 Millionen Euro pro Jahr geschätzt. Werden auch die Co-Morbiditäten berücksichtigt, sind es mehrere Milliarden. Das berichteten Dr. Thomas von Lengerke und Dr. Jürgen John vom GSF-Institut für Gesundheitsökonomie und Management im Gesundheitswesen (IGM) auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie.

"Dabei sind die spezifischen direkten Kosten der Versorgung vor allem auf Allgemeinarzt-Besuche zurückzuführen, und die indirekten Kosten im Sinne arbeitsunfähigkeitsbedingter Produktivitätsverluste machten ungefähr 50 Prozent aus", rechnen die Gesundheitsökonomen vor.

In Deutschland habe die Zahl Übergewichtiger und Adipöser in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zugenommen, etwa bei Kindern und Jugendlichen, aber auch bei jüngeren Frauen und Männern mittleren Alters.

"Betrachtet man die Kosten, liegen schwer Adipöse im stationären Bereich wie zu erwarten deutlich vorne: Sie verbrauchten im Mittel 1630 Euro, während alle anderen Gruppen deutlich unter 600 Euro blieben. Bei den Allgemeinarztbesuchen zeigt sich dagegen deutlich eine Treppenfunktion von 45 Euro für Normalgewichtige bis 73 Euro für Adipöse mit einem BMI von 35 und mehr."

Außerdem zeige sich, dass Produktivitätsverluste durch krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit bei Adipösen zumindest tendenziell höher sind.

"All dieses macht Übergewicht auch für die Versorgungsforschung und Gesundheitsökonomie zu einem höchst aktuellen Thema", resümieren von Lengerke und John.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung