Dagegen haben adipöse Männer kein signifikant erhöhtes Nierenkrebsrisiko, allerdings ist bei ihnen die Körperfettverteilung, das heißt die Größe des Taillenumfangs und des Hüftumfangs, bedeutsam. Dies zeigen neue Ergebnisse der europaweiten EPIC (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition)-Studie, an der Epidemiologen des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) maßgeblich beteiligt sind.

Obwohl eine Reihe älterer Studien bereits einen Zusammenhang zwischen stark erhöhtem Übergewicht und gesteigertem Nierenkrebsrisiko nachgewiesen haben, waren die bisher gewonnenen Daten bezüglich geschlechtsspezifischer Unterschiede nicht eindeutig. Darüber hinaus sind nur zwei Studien bekannt, die neben dem Einfluss des Körpergewichts an sich auch den der Körperfettverteilung genauer analysierten.

Um zur Klärung der Datenlage beizutragen, untersuchten die europäischen Wissenschaftler in der vorliegenden Studie 348 550 Personen (Frauenanteil 63%) aus acht europäischen Ländern, wobei sie Daten zu Körpergröße, Körpergewicht, BMI, sowie Taillen- und Hüftumfang erfassten. Die Datenanalyse basiert auf einer etwa 6-jährigen Nachbeobachtungszeit, in der 287 Personen neu an Nierenkrebs erkrankten.

Die jüngsten Studienergebnisse konnten erneut einen Zusammenhang zwischen starkem Übergewicht und Nierenkrebsrisiko belegen. Darüber hinaus liefert die Studie neue geschlechtspezifische Daten. So ist interessant, dass bei Frauen nur das Gesamtkörpergewicht an sich (BMI gleich oder über 30), bei Männern jedoch die Art der Körperfettverteilung eine Rolle spielt. Männer mit geringem Hüft- und größerem Taillenumfang haben im Vergleich zu gleichgewichtigen Männern ein höheres Risiko, an Nierenkrebs zu erkranken.

"Welche Mechanismen den beobachteten Zusammenhängen zugrunde liegen und warum das Geschlecht einen so wesentlichen Einfluss auf das Krebsrisiko hat, ist noch nicht eindeutig geklärt," so Professor Boeing, Leiter der Potsdamer EPIC-Studie.

MEDICA.de; Quelle: Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke