Die Prävalenz des Übergewichts steigt in den Industrieländern stetig. In Großbritannien sollen bis zu 57 Prozent aller Frauen leicht oder stark übergewichtig sein. Wie man längst weiß, haben übergewichtige Menschen ein erhöhtes Gesamtmortalitäts-Risiko. Wenig ist indes darüber bekannt, ob Übergewicht das Risiko von Krebserkrankungen erhöht. Man weiß, dass Krebserkrankungen des Kolons, des Endometriums, der Niere und des Ösophagus positiv mit dem Body Mass Index (BMI) korrelieren. Bei anderen Krebserkrankungen ist dies weniger eindeutig. Vor allem weiß man wenig über das Ausmaß der Risikoerhöhung.

Daten der „Million Women Study“ liefern dazu nun wertvolle Erkenntnisse. Rund 1,2 Millionen Frauen aus Großbritannien nahmen daran teil. Zu Beginn der Studie in den Jahren 1996 bis 2001 waren sie 50 bis 64 Jahre alt. Sie wurden bis zu sieben Jahre lang nachverfolgt. Dabei interessierten sich die Ärzte unter anderem für den Zusammenhang zwischen dem BMI der Frauen und eventuellen Krebserkrankungen.

45.037 Frauen erkrankten während des Nachbeobachtungszeitraums an Krebs, 17.203 Frauen starben daran. Ein erhöhter BMI war positiv assoziiert mit Endometriumskarzinomen (relatives Risiko: 2,89), Adenokarzinomen des Ösophagus (2,38), Nierenkarzinomen (1,53) Leukämien (1,50), Multiplen Myelomen (1,31), Pankreaskarzinomen (1,24), Non-Hodgkin-Lymphomen (1,17) und Ovarialkarzinomen (1,14). Die Mortalität in Bezug auf alle Karzinomarten kombiniert war moderat auf 1,12 erhöht. Bei kolorektalen Karzinomen sowie malignen Melanomen, Mammakarzinomen und Endometriumskarzinomen gab es signifikante Unterschiede zwischen prä- und postmenopausalen Frauen.

Die Studienleiter haben ausgerechnet, dass in Großbritannien ungefähr fünf Prozent aller Krebserkrankungen bei Frauen auf Übergewicht zurückzuführen sind. Das entspricht etwa 6.000 Fällen jährlich. Vor allem bei postmenopausalen Frauen erhöht Übergewicht das Krebsrisiko stark.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2007, Vol. 335, S. 1134