Dies zeigt eine Studie, die jetzt beim 62. Jahreskongress der „American Society for Reproductive Medicine“ vorgestellt wurde. 193 Frauen im Alter zwischen 22 und 47 Jahren hatten daran teilgenommen. In dieser Gruppe hatten jene Frauen, deren Body Mass Index (BMI) sich im normalgewichtigen Rahmen befand, das heißt weniger als 25 kg/m2 betrug, eine signifikant höhere Chance, schwanger zu werden: 51 Prozent der normal gewichtigen Frauen wurden schwanger, aber nur 35 Prozent der Frauen mit einem BMI über 25 kg/m2. Außerdem verloren diese Frauen seltener ihr Ungeborenes durch einen Spontanabort.

Besonders ausgeprägt sind diese Unterschiede offenbar bei Frauen afrikanischer Herkunft, wie diese amerikanische Studie verriet: 67 Prozent der normalgewichtigen afrikanischstämmigen Frauen wurden schwanger, aber nur 19 Prozent der Übergewichtigen.

In einer weiteren Studie wurde der Einfluss des Alters auf den Erfolg der IVF untersucht. Die Frauen in dieser Gruppe waren zwischen 22 und 44 Jahre alt. Wie erwartet, nahm die Fertilität mit dem Alter ab. Verstärkt wurde dieser Effekt durch das Gewicht: Bei den jüngeren Frauen ist Übergewicht ein klarer Risikofaktor für Infertilität. Frauen Anfang 30 mit einem normalen BMI haben eine rund 48prozentige Chance, schwanger zu werden. Gleichaltrige Frauen mit Übergewicht (BMI größer 30 kg/m2) dagegen haben eine Chance von nur 39 Prozent, ein Kind zu empfangen.

Überschritten die Frauen dagegen das 35. Lebensjahr, dann nahm der Einfluss des Gewichts auf die Schwangerschaftsrate ab. Dies deutet nach Ansicht der Studienautoren drauf hin, dass das Alter einen stärkeren negativen Einfluss auf die Fertilitätsrate hat als das Gewicht alleine. Trotzdem sollte man übergewichtigen Frauen, die schwanger werden wollen, erst zum Abnehmen raten, bevor sie sich einer IVF unterziehen.

MEDICA.de; Quelle: American Society for Reproductive Medicine (ASRM) 62nd Annual Meeting Abstracts O-161 and O-162