Übergewicht ist die neue Epidemie in Deutschland

Einmal angelegt, wird man sie
schlecht wieder los: Fettreserven
© ABDA

Hat der Körper einmal die überflüssigen Fettreserven angelegt, so gibt er sie ungern wieder her, heißt es in einer Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Informatik, Biometrie und Epidemiologie. Insbesondere die Behandlung von starkem Übergewicht erweise sich als schwierig und wenig effektiv.

Um so wichtiger sei es, so die Experten, präventiv durch geeignete Strategien Übergewicht von der Kindheit an zu vermeiden. Epidemiologische Studien würden mit ihren Ergebnissen das wissenschaftliche Fundament der modernen Präventionsmedizin schaffen.

Sowohl Industrienationen als auch sich entwickelnde Länder erfahren in den letzten Jahren einen "epidemischen" Anstieg von Übergewicht und Adipositas, so die Hintergrundinformationen in der Mitteilung. Deutschland mache bei diesem Trend keine Ausnahme: Nur ein Drittel der männlichen und etwas weniger als die Hälfte der weiblichen Erwachsenen könne als normalgewichtig bezeichnet werden, rund 20 Prozent sind gar von Adipositas betroffen. Alarmierend sei insbesondere die Entwicklung bei Kindern und Jugendlichen, da früh angelegtes Übergewicht und Adipositas oftmals bis ins Erwachsenenalter fortbestünden.

Ein zu hohes Körpergewicht wirke sich nicht nur auf die Vitalität der Betroffenen aus, es bedeute auch ein enormes Gesundheitsrisiko. Viele Übergewichtige entwickelten chronische Erkrankungen, die ökonomischen Folgen seien erheblich.

Die epidemiologische Forschung trägt dazu bei, Erkenntnisse zum Verlauf der Übergewichtsentwicklung zu dokumentieren, Risikofaktoren zu identifizieren, Ansätze von Präventionsmaßnahmen aufzuzeigen und deren Effektivität zu erfassen.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (GMDS)