Das beweist eine Studie mit 430 Patienten, die über zehn Jahre dauerte. Mediziner des Jefferson Hospital in Philadelphia, USA, haben retrospektiv die Daten dieser Patienten analysiert. Alle hatten an diesem Krankenhaus zwischen 1992 und 2002 ein Spenderherz bekommen. Die Wissenschaftler sammelten Daten zum Body Mass Index und zu soziodemographischen Faktoren.

Die meisten der Patienten waren leicht übergewichtig (BMI unter 30 kg/m2), nämlich 367 (85,3 Prozent). Weitere 52 (12,1 Prozent) Patienten galten als deutlich übergewichtig mit einem BMI zwischen 30 und 35 kg/m2. Als echte Schwergewichte offenbarten sich elf Patienten (2,6 Prozent). Ihre überflüssigen Pfunde addierten sich zu einem BMI von mehr als 35 kg/m2.

91 Prozent beziehungsweise 88 und 82 Prozent der Transplantierten in den drei genannten Gruppen überlebten den ersten Monat nach der Transplantation. Dieser Unterschied war nicht signifikant. Ein Jahr nach der Operation lagen die Überlebensraten bei 83, 82 und 68 Prozent. Auch dies statistisch nicht signifikant. Insgesamt, so das Fazit, überleben übergewichtige Patienten eine Herztransplantation ebenso gut oder schlecht wie Schlanke. Ähnlich das Bild bei postoperativen Infektionen oder der Länge des Krankenhausaufenthaltes: Auch hier schnitten dicke Patienten nicht schlechter ab als schlanke.

Andere Faktoren wie Spender- und Empfängeralter, Geschlecht, Ischämiezeit des Spenderorgans, Kreatininspiegel und Hypertonie waren da viel wichtiger. Sie hatten tatsächlich einen signifikanten Einfluss auf die Überlebenswahrscheinlichkeit.

Möglicherweise hätte man nach mehr als einem Jahr Nachbeobachtungszeit doch noch signifikante Unterschiede zwischen den verschiedenen BMI-Gruppen entdecken können, räumen die Studienleiter ein. Dennoch ist Übergewicht alleine, so scheint es, keine Kontraindikation für eine Herztransplantation.

MEDICA.de; Quelle: International Society for Heart and Lung Transplantation 28th Annual Meeting and Scientific Sessions Abstract 157