Übertragung von gefährlichen Erregern möglich

Foto: Fliege

Fliegen werden bei Übertragung
von Erregern unterschätzt;
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Biedermann

Um Genaueres über die Verbreitungswege von Krankheitserregern von Mensch und Tier in Ballungsräumen zu erfahren, wurden Fliegen und Vogelkotproben in der Nähe von Ställen, Hundewiesen, Badeseen und Naherholungsstätten gesammelt.

Die Ergebnisse überraschten: Während zwar Bakterien der Campylobacter-Gruppe weniger häufig als vermutet nachgewiesen wurden, fanden sich in etwa der Hälfte der Proben enteropathogene E.coli-Bakterien, die zu Durchfällen führen können.

Zurzeit arbeiten die durchführenden Arbeitsgruppen aus Mikrobiologen und Parasitologen unter der Leitung von Professor Klaus Pfeffer und Professor Heinz Mehlhorn der Universität Düsseldorf daran herauszufinden, ob unter den gefundenen E. coli auch solche Stämme sind, die sogenannte „extended spectrum beta lactamase“ bilden.

ESBL-bildende Keime sind deshalb gefürchtet, weil Beta Lactamasen in der Lage sind, die Wirkmechanismen vieler Antibiotika außer Gefecht zu setzen – was schlussendlich zu Antibiotikaresistenzen führt. Das wäre fatal, denn so könnten Fliegen und Vögel schnell zu Überträgern von Krankheiten und auch Antibiotika-Resistenzen werden.

Die Forscher fordern daher, die Kontrolle der Fliegenpopulationen in Mastbetrieben, aber auch in Lebensmittelverarbeitenden Betrieben, Restaurants, Schulküchen, Altenheimen, Lagern mit besonderer Aufmerksamkeit durchzuführen. Lebensmittel sollten auf jeden Fall fliegensicher aufbewahrt werden und Kot jeglicher Art in der Nähe von Schulen, Kindergärten, Heimen, Restaurants etc. entfernt werden. Aus einem Gramm Kot kann fast ein Gramm Fliegenmaden entstehen, so dass diese Verunreinigungen das Fliegenaufkommen erheblich fördern können.

MEDICA.de; Quelle: Grenzüberschreitende Integrierte Qualitätssicherung