Osteoarthrose und andere rheumatische Erkrankungen sind die führende Ursache für Behinderungen bei Erwachsenen. Die Kosten für diese Erkrankungen werden ständig steigen, denn die Bevölkerung altert. Durch ein gutes Selbstmanagement mit Gewichtsreduktion und Körperübungen kann man einiges tun, um die Progression der Osteoarthrose zu verlangsamen. Allerdings sind zumindest in den USA nur wenige Patienten bereit oder auch nur dazu in der Lage, diese Übungen auszuführen.

Vor allem nach einer Meniskektomie ist die Gefahr sehr groß, dass daraus eine Knie-Osteoarthrose folgt. In einer Studie sollte nun untersucht werden, ob man durch geeignete Übungen einer solchen Arthrose vorbeugen kann.

45 Patienten nahmen an dieser Studie teil. Alle hatten sich drei bis fünf Jahre zuvor einer partiellen medialen Meniskektomie unterzogen. Randomisiert nahmen sie vier Monate lang drei Mal pro Woche an überwachten Übungseinheiten teil. Die andere Gruppe diente als Kontrollgruppe. Die Qualität des Knorpels wurde mit Hilfe des „Delayed gadolinium-enhanced MRI [magnetic resonance imaging] of cartilage (dGEMRIC)“ gemessen.

Da bei den Patienten das dGEMRIC sowohl zu Beginn als auch zum Ende der Studie gemessen wurde, ließ sich die Veränderung in Abhängigkeit vom Bewegungsniveau messen. Dabei zeigte sich ganz klar, dass jene Probanden, die an den Übungen teilnahmen, deutlich bessere Werte hatten als die Probanden der Kontrollgruppe. Und es scheint sogar eine Dosis-Wirkungs-Beziehung zu geben. Je häufiger die Übungen durchgeführt wurden, desto besser wurden die Ergebnisse.

Offenbar also hat Knorpel die Möglichkeit, sich an ändernde Belastungen anzupassen und an Belastungen zu wachsen. Die Studienleiter empfehlen Betroffenen daher unbedingt, sich regelmäßig, aber nicht übermäßig zu bewegen und spezielle Übungen durchzuführen.

MEDICA.de; Quelle: Arthritis & Rheumatism 2005, Vol. 52, S. 3507-3514