Bei Frauen, die sich wegen eines Mammakarzinoms einer radiologischen Therapie unterziehen müssen, sinken oft die Erythrozytenspiegel ab. Dies kann mehrere Monate andauern und zu Müdigkeit, Erschöpfung, depressiven Beschwerden und einer eingeschränkten körperlichen Leistungsfähigkeit führen. Einige wenige Daten lassen vermuten, dass körperliche Bewegung, vor allem aerobische Übungen, dieses Absinken der Erythrozytenspiegel verhindern oder verlangsamen kann.

Nun haben amerikanische Wissenschaftler diese Frage systematisch untersucht. Sie gewannen 20 Frauen im Alter zwischen 35 und 65 Jahren für diese Untersuchung. Alle mussten sich wegen eines Mammakarzinoms einer radiologischen Therapie unterziehen. Sieben Wochen lang absolvierten die Frauen drei bis fünf Mal pro Woche aerobische Übungen oder eben nicht. Die aerobischen Übungen bestanden im Wesentlichen daraus, 20 bis 45 Minuten lang so schnell zu laufen, dass 50 bis 70 Prozent der zuvor gemessenen maximalen Herzfrequenz erreicht wurden.

Die Erythrozytenzahlen stiegen bei den Damen aus der Interventionsgruppe von durchschnittlich 4.10 auf 4.21 Millionen Zellen pro Mikroliter, sanken in der Kontrollgruppe aber von durchschnittlich 4.30 auf 4.19 Millionen Zellen pro Mikroliter (p gleich 0.014). Der Hämatokritwert stieg von durchschnittlich 38,0 Prozent auf 38,8 Prozent bei den Frauen aus der Übungsgruppe, sanken aber in der Kontrollgruppe von 37,4 Prozent auf 36,5 Prozent (p gleich 0.046). Anstieg auch in Bezug auf den Hämoglobinwert: von 12,3 auf 12,4 g/dL beziehungsweise ein Abfall von 12,25 auf 11.77 g/dL (p gleich 0.009).

Anhand dieser Ergebnisse empfehlen die Studienleiter, allen Mammakarzinompatientinnen, die vor einer radiologischen Therapie stehen, aerobische Übungen anzubieten.

MEDICA.de; Quelle: Cancer Early View