„Innere Sonnenbrille“ schützt die Augen

Schon die alten Ägypter wussten, dass der Verzehr von Rinderleber vor Nachtblindheit schützt. „Dabei entsprach die explizite Zufuhr von Leber quasi dem ersten Vitamin-A-haltigen Functional Food“ sagen die Autoren einer aktuellen Übersichtsarbeit. Heute ist erwiesen, dass die Augen neben Vitamin A noch eine Reihe weiterer Mikronährstoffe benötigen.

Vor allem ältere Menschen sind häufig nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt. Eine amerikanische Studie, die Age-Related Eye Disease Study (AREDS) zeigte schon vor Jahren, dass die Einnahme von Vitamin C, Vitamin E, Beta-Carotin, Zink und Kupfer das Fortschreiten der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) verzögert. Die Netzhauterkrankung AMD gehört zu den häufigsten Ursachen für Erblindung im Alter. Viele Augenärzte raten ihren Patienten deshalb zur Einnahme von Mikronährstoffen.

Doch die Einschätzung hat sich in den letzten Jahren geändert. Die hochdosierte Einnahme von Beta-Carotin und Vitamin E hat in einigen Studien das Krebsrisiko erhöht. Auch Zink im Übermaß kann die Gesundheit beeinträchtigen, warnt Professor Gabriele Lang vom Universitätsklinikum Ulm.

Wissenschaftler arbeiten deshalb in einer derzeit laufenden Nachfolge-Studie AREDS-2 mit einer geringeren Zinkdosierung. „AREDS-2 wurde begonnen, um den Nutzen weiterer Mikronährstoffe zu prüfen”, erläutert Lang. Dazu gehören zum Beispiel Omega-3-Fettsäuren, die Bestandteil der Zellmembranen sind. „Im Auge könnten diese die Sehleistung verbessern“, sagt die Augenärztin.

Die AREDS-2-Teilnehmer nehmen außerdem Lutein und Zeaxanthin ein, beides gelb-orange Pflanzenfarbstoffe. Diese reichern sich in der Makula, der Zone des schärfsten Sehens, an. Sie ist der wunde Punkt bei einer AMD – gerade in diesem Bereich gehen die Sehzellen zugrunde. „Lutein und Zeaxanthin filtern kurzwelliges UV-und Blaulicht heraus und schützen dadurch die Zellen der Netzhaut”, so Lang. Sie wirken damit wie eine innere Sonnenbrille.



MEDICA.de; Quelle: Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft