„Neue Ärzte braucht das Land!"

Ärzte müssten künftig insbesondere Kompetenz zur Strukturierung der Medizin erwerben. Die systematische Entwicklung von branchen- und sektorenübergreifenden Systemlösungen sowie von Standards für integrierte Versorgungsketten sei ein zentrales Thema für eine zukunftsfähige Medizin und sollte daher verstärkt Gegenstand der medizinischen Ausbildung werden. „Medizin ist heute interprofessionell und interdisziplinär. Deshalb müssen Ärzte mit ihren Partnern, speziell auch den Experten aus Industrie und Service, auf der Basis strukturierter Behandlungsprozesse kooperieren“, sagt Lohmann. Hier gebe es erheblichen Qualifizierungsbedarf.

Die Studie hat weiterhin folgende zentrale Ergebnisse:

• Im Mittelpunkt werden auch in Zukunft medizinische Kenntnisse stehen, die auf einem soliden naturwissenschaftlichen Fundament stehen.

• Diese grundlegenden Kompetenzen sollten frühzeitig mit praktischen Anwendungserfordernissen in Verbindung gebracht werden, um mehr Patientenorientierung möglich zu machen.

• Einblicke in die Gesundheitswissenschaften (Public Health) sollen befähigen, gesellschaftliche und wirtschaftliche Quellen von Krankheit und Gesundheit zu verstehen.

• Volks-, betriebs- und personalwirtschaftliche Kenntnisse brauchen in Zukunft eine größere Beachtung – nicht zuletzt, um auch die (Selbst-)Managementkompetenzen zu steigern.

• Bessere Kenntnisse der Gesundheitstechnik könnten die ärztliche Leistungsfähigkeit deutlich erhöhen.

• Kenntnisse über Innovationsmanagement sowie die interdisziplinären und berufsgruppenübergreifenden Zusammenarbeit sollen erleichtern, integriert organisierte, sektorenübergreifende Wege für mehr Qualität, Patientenorientierung und Effizienz mitzugestalten.

• Extrafunktionale Qualifikationen wie etwa Kommunikationskompetenzen, die Fähigkeit zum lebenslangen Lernen, Team- und Führungsfähigkeiten könnten aus hochkompetenten „Einzelkämpfern“ patientenorientierte Dienstleister, orchestrierungsfähige Wissensträger, teamfähige Kollegen und empathische Führungskräfte machen.

MEDICA.de; Quelle: Initiative Gesundheitswirtschaft e.V. (IGW)