„Neurologie direkt“ klärt über Therapiemöglichkeiten auf

Hintergrund ist, dass die Versorgung von Parkinson-Patienten in Deutschland noch nicht ausreichend gewährleistet ist. Es gibt noch zu wenig spezialisierte Behandlungszentren, die sich mit der komplexen Krankheit auskennen. Neben den Angeboten für Patienten informiert Neurologie direkt über neue Forschungsansätze für die Therapien der Zukunft.

Der Hollywood-Star Michael J. Fox leidet an der Parkinson-Erkrankung, ebenso wie der Box-Champion Muhammad Ali oder der Schauspieler Ottfried Fischer. Fast jeder kennt einen Betroffenen aus seinem Umfeld, denn in Deutschland gibt es rund 250 000 Patienten mit dieser Erkrankung. Die Zahl der Patienten nimmt weiter zu, da die Krankheit einerseits heute früher und besser diagnostiziert wird und andererseits die Patienten dank verbesserter Therapiemöglichkeiten älter werden. Eine Heilung des Nervenleidens ist trotz intensiver Forschung nicht möglich – allerdings lässt sich durch fachkundige Behandlung die Lebensqualität der Patienten verbessern und bisweilen das Voranschreiten der Krankheit bremsen.

Patienten und ihre Angehörige benötigen dazu möglichst genaue Informationen über ihre Diagnose- und Therapiemöglichkeiten. Aus diesem Grund unterstützt die Initiative „Neurologie direkt“ zahlreiche lokale Patientenveranstaltungen in der ganzen Republik.

Bei der Versorgung der Patienten gibt es nach Einschätzung von Patientenorganisationen wie der Deutschen Parkinson-Vereinigung (dPG) noch großes Verbesserungspotential. „Leider müssen Patienten zu oft und zu lange warten, bis sie einen Termin bei einem auf Bewegungsstörungen spezialisierten Neurologen bekommen“, sagt Friedrich-Wilhelm Mehrhoff von dPG.

„Wir brauchen in Deutschland mehr spezialisierte Zentren, die den komplexen und vielfältigen Bedürfnissen der Parkinson-Patienten gerecht werden“, erzählt Patientin Gisela Steinert. Viel zu oft müssten lange Anfahrtswege in Kauf genommen werden, was für die Patienten sehr mühsam ist. Medikamente und wichtige Begleittherapien wie die Physiotherapie würden oft nicht ausreichend verordnet. Diese Probleme sind in erster Linie gesundheitspolitischer Natur: „Die Behandlung der Parkinson-Patienten ist sehr zeitaufwändig und leider nicht in der Gebührenordnung abgebildet“, sagt Professor Wolfgang Jost von der Deutschen Parkinson Gesellschaft.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Neurologie