1:0 für Frühaufsteher

Besser abends später ins Bett als
morgens ausschlafen
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In unserer modernen Gesellschaft haben viele Menschen in chronisches Schlafdefizit. Studien haben gezeigt, dass bis zu einem Drittel aller US-Amerikaner unter der Woche weniger als sechs Stunden schlafen. Das beeinträchtigt auch die Tiefschlafphasen. Am Wochenende holen viele diesen Schlaf wieder nach indem sie spät aufstehen. Nicht wenige Menschen haben allerdings das Gefühl, nach dem späten Aufstehen noch geräderter zu sein als unter der Woche.

US-amerikanische Wissenschaftler haben sich jetzt die Frage gestellt, was den natürlichen Schlafrhythmus stärker durcheinander bringt: Spät schlafen zu gehen oder spät aufzustehen. Für diese Untersuchung konnten sie 14 gesunde Versuchspersonen gewinnen, die über einen normalen Schlaf verfügen.

Die Probanden brachten zunächst 14 Kurzschlafnächte mit jeweils sechs Stunden Schlaf hinter sich, in denen sie eine Stunde später schlafen gingen und zur gewohnten Zeit aufstanden. Danach bekamen sie 14 Langschlafnächte, in denen sie wie gewohnt schlafen gingen, aber morgens drei Stunden länger schlafen durften.

Nach jeder Schlafphase untersuchte man im Speichel der Probanden den Melatoninwert als Maß für die Müdigkeit. Wie sich zeigte, waren die Melatoninwerte nach den langen Nächten deutlich stärker verändert als nach den 14 kurzen Nächten. Dies deutet nach Ansicht der Studienleiter darauf hin, dass es nicht gut für den Schlaf-Wach-Rhythmus ist, an einigen Tagen auszuschlafen und sehr viel später als gewöhnlich aufzustehen. Die Zeit des Aufstehens sollte möglichst auch am Wochenende beibehalten werden, so die Studienleiter, selbst wenn es schwer fällt.

Damit bestätigen die Forscher, was die Erfahrung lehrt: Am Wochenende auszuschlafen erfrischt den Körper nur kurzzeitig. Die Umstellung des Schlafrhythmus am Montagmorgen ist dann nämlich um so schlimmer.

MEDICA.de; Quelle: Associated Professional Sleep Societies (AAPS) 19th Annual Meeting 2005