25 Jahre "GIB AIDS KEINE CHANCE"

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Safer Sex zum Schutz vor HIV ist
deshalb schon lange kein Tabu-
thema mehr;© panthermedia.net/
Francesco Perre

Während in den 1980er Jahren Kondome noch verschämt unter dem Ladentisch oder in Automaten auf Herrentoiletten gehandelt wurden, sind sie heute zu einem selbstverständlichen Hygieneartikel geworden. Immer mehr Menschen hierzulande schützen sich beim Sex mit Kondomen. Mit dieser Präventionsstrategie ist erreicht worden, dass Deutschland neben Finnland die niedrigste HIV-Neuinfektionsrate im westeuropäischen Vergleich aufweist.

„Deutschland schützt sich vor HIV! Das ist das entscheidende Ergebnis der 1987 gestarteten Präventionskampagne GIB AIDS KEINE CHANCE“, betont Professor Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. „Die Entscheidung Mitte der 1980er Jahre für Prävention und deren Umsetzung in einer Strategie des gesellschaftlichen Lernens hat kontinuierlich zu Verhaltensänderungen in den Zielgruppen geführt. Safer Sex zum Schutz vor HIV ist deshalb schon lange kein Tabuthema mehr.“

Die neuen Ergebnisse der Repräsentativbefragung „AIDS im öffentlichen Bewusstsein“, die die BZgA seit Beginn der Kampagne regelmäßig durchführt, belegen dies. Die Zahlen zeigen, dass 80 Prozent der 16- bis 44-Jährigen Singles in Deutschland beim Sex Kondome verwenden. Zum Vergleich: 1988 waren es nur 58 Prozent. Auch bei Personen, die spontane Sexualkontakte mit unbekannten Partnern eingehen, hat die Kondomnutzung deutlich zugenommen: Zwei Drittel (69 Prozent) der 16- bis 44-jährigen Befragten gibt an, in solchen Situationen konsequent mit Kondomen zu verhüten (1989: 28 Prozent). Dass sich das bekundete Schutzverhalten mittlerweile als selbstverständlich etabliert hat, bestätigen die Kondomabsatzzahlen. Mit 221 Millionen verkaufter Kondome wurde 2011 eine neue Rekordmarke erreicht.

Die Rahmenbedingungen und Herausforderungen für die Prävention haben sich in den letzten Jahren deutlich geändert. So ist die wahrgenommene Bedrohung der Krankheit Aids in der deutschen Bevölkerung gesunken. Gaben 1987 noch zwei Drittel (65 Prozent) der Befragten an, dass Aids zu den gefährlichsten Krankheiten gehöre, sind 25 Jahre später nur noch 13 Prozent dieser Auffassung. Darin zeigt sich eine realistische Einschätzung der Situation, die durch die verbesserte Behandelbarkeit von HIV/Aids entstanden ist. „Dieses Thema greift die BZgA auch in ihrer Kampagne auf. Um die Neuinfektionen langfristig weiter zu senken, müssen wir heute die Aufforderung - falls es zu einer Risikosituation gekommen ist - sich beraten, testen und rechtzeitig behandeln zu lassen, verstärkt kommunizieren“, sagt Pott.

MEDICA.de; Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung