3D-Druck verbessert Behandlung von Schädeldeformationen

18.08.2014
Foto: Neuartige Helmorthese aus dem 3D-Drucker

3D-Druck verbessert Behandlung von Schädeldeformationen; ©Hochschule Coburg (FH)/S. Haeberlein, S. Schiwon

Eine Fehl- oder eine Steißlage im Bauch der Mutter ist häufig die Ursache dafür, dass Säuglinge mit einer Schädeldeformation geboren werden. Die Asymmetrie des Kopfes wurde bisher mit handwerklich gefertigten Helmen, sogenannten Helmorthesen behandelt.

An der Hochschule Coburg wurde jetzt eine Helmorthese entwickelt, die sich durch den modularen Aufbau und die Produktion mittels 3D-Druck individuell an den Kopf des Säuglings anpassen lässt.

Design ist mehr als schönes Aussehen. Neuartiges Produktdesign kann die Lebensqualität von Menschen nachhaltig verbessern. Das beweisen die Studenten Stefan Haeberlein und Sascha Schiwon, die an der Hochschule Coburg Integriertes Produktdesign studieren. Sie entwickelten – betreut von Prof. Peter Raab – eine Helmorthese, die Säuglinge mit Schädeldeformation weniger belastet und ihre Eltern aktiv in den Entwicklungsprozess einbezieht.

Bisher wurden Kopforthesen handwerklich gefertigt. Moderne Scan- und Fräsmethoden führten zwar zu guten Ergebnissen. Die Orthesen mussten aber im Laufe der Behandlung immer wieder neu angefertigt werden. Durch die Zusammenarbeit mit Orthopädietechnikern und Ingenieuren sowie den Einsatz moderner 3D-Drucker gelang es den beiden Studenten eine Helmorthese zu entwickeln und einen kleinen Patienten mit einem Prototypen zu versorgen.

Die Geometrie des Kopfes wird durch 3D-Scan erfasst und im CAD-Programm modelliert. Anschließend entsteht die passgenaue Orthese im 3D-Druck. Sie ist modular ausgebaut. Im Laufe der Behandlung müssen nur die Inlays ausgetauscht werden.

Das mindert nicht nur den Stress für die kleinen Patienten, sondern reduziert auch die Behandlungskosten. Leichte Materialien und klare Linien sorgen dafür, dass der kleine Patient möglichst wenig eingeschränkt wird. Auch die interne Belüftung erhöht den Tragekomfort – die Helmorthese muss häufig 23 Stunden am Tag getragen werden.

Die Eltern werden in den Entstehungsprozess einbezogen. Sie können beispielsweise die Farbe der Orthese individuell wählen und bei der äußeren Form mitreden.


MEDICA.de; Quelle: Hochschule Coburg (FH)