Radiotherapie ist ein sehr wirksames Mittel, um Schmerzen als Folge von Knochenmetastasen zu lindern. Gewöhnlich wird in zehn Sitzungen über insgesamt zwei Wochen verteilt eine Dosis von 30 Gy verabreicht. In einer Studie sollte nun untersucht werden, ob 8 Gy, verabreicht in einer einzigen Sitzung, die Schmerzen ähnlich gut bekämpfen wie die höhere, fraktionierte Dosis.

An dieser Studie nahmen Patienten teil die an einem Mamma- oder Prostatakarzinom litten und bereits an einem bis drei Orten schmerzhafte Knochenmetastasen mit leichten bis mittel schweren Schmerzen hatten. Randomisiert wurden die Patienten einer von zwei Gruppen zugeteilt und erhielten entweder die Standarddosis (443 Patienten) oder 8 Gy (455 Patienten) in einer einzigen Sitzung.

Eine akute toxische Reaktion als Folge der Radiotherapie trat im 30-Gy-Arm bei 17 Prozent der Patienten auf, aber nur bei zehn Prozent unter der 8-Gy-Dosis. Späte toxische Reaktionen waren in beiden Gruppen selten (vier Prozent). Die Gesamt-Ansprechrate betrug 66 Prozent.

Drei Monate nach Bestrahlungsende benötigten 33 Prozent der Patienten keine narkotischen Wirkstoffe mehr. Was die Zahl der Patienten anbelangte, die vollständig oder nur teilweise auf die Radiotherapie ansprachen, gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen beiden Behandlungsgruppen: 15 Prozent beziehungsweise 50 Prozent unter der Einmal-Radiotherapie und 18 Prozent beziehungsweise 48 Prozent unter der Standarddosis. Fünf Prozent der Patienten in der 8-Gy-Gruppe und vier Prozent in der 30-Gy-Gruppe erlitten pathologische Frakturen. 18 Prozent der Patienten unter 8 Gy benötigten eine weitere Behandlung, aber nur neun Prozent unter der Standarddosis. Dieser Unterschied war statistisch signifikant (p kleiner 0.001).

MEDICA.de; Quelle: Journal of the National Cancer Institute 2005, Vol. 97, S. 798-804