Verschiedene Leitlinien beantworten die Frage, wie lange sich ein Kind pro Tag bewegen sollte. Die Empfehlungen reichen von 30 Minuten heftigen Tollens pro Tag bis zu einer Stunde moderater Bewegung, um den Bewegungsapparat und die Ausdauer zu trainieren.

Nun haben sich Wissenschaftler der „Norwegian School of Sport Sciences“ in Oslo, Norwegen, an die Frage gewagt, wo denn nun tatsächlich das Minimum an Bewegung liegt, dem sich ein Kind pro Tag hingeben sollte. An dieser Untersuchung nahmen 1.732 randomisiert ausgewählte Kinder im Alter von neun und 15 Jahren aus Dänemark, Estland und Portugal teil. Dabei bestimmten die Studienleiter verschiedene kardiovaskuläre Faktoren wie systolischer Blutdruck, Triglyzerid-Spiegel sowie andere Parameter. Daraus entwickelten sie dann einen kombinierten Score als Indikator des kardiovaskulären Risikos. In Bezug auf ihre körperliche Aktivität pro Tag wurden die Kinder in fünf Quintilen eingeteilt.

Im Vergleich zu jenen Kindern, die in Bezug auf ihre körperliche Aktivität in der obersten Quintile lagen, hatten die Kinder in den unteren Quintilen ein höheres Risiko für ungünstige Kombinationen von Risikofaktoren: Dieses Risiko war um so höher, je weniger die Kinder sich bewegten.

Als man dann die Bewegung mit den Risikofaktoren in Beziehung setzte, zeigte sich: Bei etwa eineinhalb Stunden Bewegung pro Tag ist jene Schwelle erreicht, wo die Parameter der kardiovaskulären Gesundheit einen günstigen Wert annehmen.

Die Studienleiter fordern vor diesem Hintergrund täglichen Sportunterricht mit einer ausgewogenen Mischung aus klassischen athletischen Sportarten und eher spielerischen Übungen. Das könne den späteren Lebensstil positiv beeinflussen, schreiben sie.

MEDICA.de; Quelle: Lancet 2006, Vol. 368, S. 299-304