AMACR ist bei Patienten mit Prostatakarzinom im malignen Gewebe im Vergleich zum benignen Gewebe überexprimiert. Bei lokalisierten Prostatakarzinomen sind die Werte am höchsten und nehmen ab, wenn das Karzinom Metastasen bildet. Es liegt daher nahe, AMACR als Biomarker für die Aggressivität eines Prostatakarzinoms und dessen Verlauf heranzuziehen.

In einer Studie untersuchten Dr. Mark A. Rubin von der Harvard Medical School und seine Studiengruppe den Verlauf der AMACR-Werte bei 204 Männern, die sich wegen ihres Prostatakarzinoms einer radikalen Prostatektomie unterzogen hatten. 188 weitere Männer, bei denen sich die Ärzte für das Abwarten entschieden hatten, dienten als Vergleichsgruppe.

Nachdem verschiedene Einflussfaktoren wie Gleason-Score und Tumorstadium herausgerechnet worden waren, zeigte sich ein klarer Zusammenhang zwischen dem AMACR-Spiegel und dem PSA-Spiegel beziehungsweise der krankheitsspezifischen Mortalität: Bei einem geringen AMACR-Spiegel im Gewebe ist das Risiko eines PSA-Versagens (Anstieg auf mehr als 0.2 ng/mL) 3,7fach erhöht und das Risiko, an der Erkrankung zu sterben, 4,1fach höher. Kommt zu dem niedrigen AMACR-Wert noch ein hoher Gleason-Score dazu, steigt die krankheitsspezifische Mortalitätsrate auf das 18fache an.

Außerdem fanden die Wissenschaftler heraus, dass es unterschiedliche AMACR-Grenzwerte gibt, um die Prognose zu bestimmen beziehungsweise biochemisches Versagen zu prognostizieren.

Der Einsatz des AMACR als Biomarker beim Prostatakarzinom steckt noch in den Anfängen. Das Ergebnis ihrer Studie sei aber vielversprechend, schreiben die Autoren, vor allem der Einsatz von Gewebe-Mikroassays. Vor einer breiten klinischen Anwendung müssen aber weitere Studien durchgeführt werden.

MEDICA.de; Quelle: Cancer Epidemiol Biomarkers Prev 2005, Vol. 14, S. 1-9