AMME entlastet Arzt und Patienten

Starke Rückenschmerzen können langwierig und unangenehm sein. Die klassische Behandlung kombiniert Physiotherapie, Krankengymnastik und Medikamente. Doch oft brechen Patienten die Behandlung vorschnell ab. Die Gründe: Behandlungsprozesse sind unzureichend organisiert, die Betroffenen schlecht eingebunden - sie wissen nicht genau, wie sie sich richtig verhalten sollen.

An diesem Punkt setzt der Informationsassistent AMME an. Das steht für "Ambient Medicine". Es bedeutet, dass sich das System intelligent dem jeweiligen Behandlungsschritt des Patienten anpassen kann. "Mit AMME versorgen wir die Patienten bei langfristigen Therapien intensiv mit Informationen zum richtigen Verhalten und bieten so die Basis für einen nachhaltigen Erfolg", sagt Britta Schmitz vom Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST.

Die Plattform besteht aus drei Teilen: docAMME steht beim Arzt, myAMME und homeAMME bei den Patienten. Über das Portal docAMME werden Behandlungsprozesse beim Arzt festgelegt. Ändert der Arzt etwa einen vereinbarten Termin, wird dies dem Patienten über myAMME und homeAMME mitgeteilt. Auch wichtige Mitteilungen für die Behandlung kommen direkt zu den Patienten, zum Beispiel der Hinweis: "Bitte beachten Sie, dass sie nüchtern zu diesem Termin erscheinen müssen." Auf Patientenseite erklärt myAMME dem Patienten, welcher Behandlungsschritt als nächstes durchgeführt wird und warum dieser nötig ist.

Für die langfristige Genesung zu Hause sorgt gerade bei älteren Patienten der dritte Teil der Anwendung, "homeAMME". Das Portal stellt den Patienten auf dem Fernseher Übungsvideos, Protokollfunktionen über die eigene Aktivität, Erinnerung an Termine und Medikamenteneinnahmen oder Hilfe bei der Suche nach Physiotherapeuten zur Verfügung.

MEDICA.de; Quelle: Fraunhofer- Institut ISST