Acetylsalicylsäure hat sich in der kardiovskulären Protektion inzwischen einen sicheren Platz erobert. Aber auch in relativ geringen Dosen erhöht dieser Wirkstoff das Risiko gastrointestinaler Blutungen. Bei bis zu 15 Prozent jener Patienten, die unter ASS eine solche Blutung erleiden, kommt es innerhalb eines Jahres zu einem Rezidiv.

Man hat daher vorgeschlagen, ASS mit einem Protonenpumpenhemmer zu kombinieren oder gefährdete Patienten auf Clopidogrel umzustellen. Allerdings gibt es nur wenig gesicherte Daten, die Clopidogrel gegen die Kombination aus ASS und Protonenpumpenhemmer in Bezug auf die Häufigkeit gastrointestinaler Blutungen vergleichen.

Eine aktuelle Studie liefert nun neue Daten. Teilnehmer dieser Untersuchung waren 320 Patienten, die unter ASS-Einnahme eine gastrointestinale Blutung erlitten hatten. Randomisiert wurden diese Patienten zwölf Monate lang entweder auf 75 mg Clopidogrel plus Placebo zwei Mal täglich (161 Patienten) oder 80 mg ASS plus 20 mg des Protonenpumpenhemmers Esomeprazol zwei Mal täglich (159 Patienten) eingestellt.

Wiederholte gastrointestinale Blutungen traten unter Clopidogrel bei 13 Patienten auf, bei einem Patienten unter Aspirin plus Esomeprazol. Die Zwölf-Monats-Inzidenz lag demnach bei 8,6 Prozent (Clopidogrel) beziehungsweise 0,7 Prozent (Kombinationstherapie; p gleich 0.001). Unerwünschte Wirkungen traten bei 9,4 Prozent der Patienten unter Clopidogrel und 4,4 Prozent unter der Kombinationstherapie auf.

Kommentatoren weisen zwar darauf hin, dass diese Studien Schwächen hatte - unter anderem waren alle Patienten H. pylori-negativ und keiner nahm Antikoagulantien oder Kortikoide ein - dennoch müsse man überlegen, ob es nach wie vor gerechtfertigt sei, Patienten mit einer Neigung zu Blutungen unter ASS auf Clopidogrel umzustellen.

MEDICA.de; Quelle: New England Journal of Medicine 2005, Vol. 352, S. 238-244, 287-289