Studien haben gezeigt, dass man durch Wirkstoffe aus der Gruppe der Statine offenbar das Risiko kolorektaler Karzinome senken kann. Andere Untersuchungen wiederum zeigen Ähnliches für Wirkstoffe aus der Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR). Dazu gehört unter anderem der bekannte Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS). Allerdings sind die Beweise für diese Beobachtung nicht sehr schlagkräftig. Bislang hat man solche Studien vor allem mit ASS durchgeführt, das niedrig dosiert war. Große epidemiologische Studien zu diesem Thema fehlen.

Man kann vermuten, dass die Kombination aus beiden Wirkstoffen, Statine und NSAR, das Risiko eines kolorektaklen Karzinoms noch weiter senken müsste, wenn es schon beide Wirkstoffe alleine tun. Dies hat nun eine Fall-Kontroll-Studie untersucht, an der 540 Patienten mit einem histologisch nachgewiesenen kolorektalen Karzinom und 614 gesunde Kontrollpersonen teilnahmen.

23 Prozent der Kranken und 30 Prozent der Probanden berichteten über regelmäßige Einnahme von NSAR. Statine wurden von zwölf Prozent der Patienten und 18 Prozent der Kontrollpersonen regelmäßig eingenommen.

Die Studiengruppe konnte beim Vergleich der beiden Untersuchungskohorten feststellen, dass das Risiko eines kolorektalen Karzinoms bei regelmäßiger Einnahme von niedrig dosierten NSAR sinkt (relatives Risiko: 0,77). Deutlicher war der Zusammenhang bei regelmäßiger Einnahme von Statinen (relatives Risiko: 0,65). Am stärksten allerdings wirkt sich die Kombination aus niedrig dosierter ASS und Statinen aus. Das relative Risiko eines kolorektalen Karzinoms sinkt dann auf 0,63. Dies galt dann, wenn die Wirkstoff seit mindestens fünf Jahren eingenommen wurden.

Falls dieses Ergebnis in größeren Studien wiederholt werden kann, dürfte dies positive Auswirkungen auf die Gesundheit älterer Menschen haben, von denen viele sowohl ASS als auch Statine einnehmen.

MEDICA.de; Quelle: International Journal of Cancer 2007, Vol. 121, S. 1325-1330