AWMF: 20 Jahre erfolgreiche Leitlinienarbeit der Fachgesellschaften in Deutschland

15.01.2015
Foto: dickes Buch auf dem eine Lesebrille liegt

Medizinische Leitlinien unterstützen die Entscheidungen von Ärzten, Angehörigen anderer Gesundheitsberufe und Patienten über angemessene Gesundheitsversorgung für spezifische klinische Umstände;© panthermedia.net/Harald Richter

In den 20 Jahren seit dem Aufruf des damaligen Sachverständigenrats für die Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen, die Entwicklung von Leitlinien und Empfehlungen durch die wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften als Grundlage der Qualitätssicherung im Gesundheitswesen voranzutreiben, wurde Enormes bewegt.

Von den aktuell 168 Mitgliedsgesellschaften der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften) haben sich mehr als 150 aktiv in der Leitlinienentwicklung engagiert, davon 104 federführend.

Die Konsensbildung zu Diagnostik und Therapie und Abstimmung zwischen einzelnen Fachgesellschaften zur Vermeidung ungeklärter Widersprüche sind gesetzt: die Mehrheit der ca. 700 Publikationen im Leitlinienregister der AWMF ist interdisziplinär abgestimmt, mehr als ein Drittel weist darüber hinaus ein formales Konsensusverfahren auf. 131 Leitlinien erfüllen die Kriterien der Klasse S3, darunter 12 Nationale VersorgungsLeitlinien und 13 Leitlinien aus dem Leitlinienprogramm Onkologie (Stand: November 2014).

Im Gesundheitssystem sind Leitlinien als Wissensgrundlage für zahlreiche Qualitätsinitiativen angekommen. Sie erfahren jedoch noch nicht den Stellenwert, der ihnen inhaltlich zukommt. Dazu müssen die wissenschaftliche Anerkennung und Finanzierung der Leitlinienarbeit sowie die Implementierung und Evaluierung von Leitlinien systematisch verbessert werden.

MEDICA.de; Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften