06/11/2009

MLR System GmbH für Materialfluss- und Logistiksysteme

AWT-Großprojekt in Offenbach

Ein Patient, der – meist unfreiwillig – in einem Krankenhaus liegt, ahnt meist nicht, welcher Aufwand nötig ist, damit Alles reibungslos abläuft. Fehler, zum Beispiel bei der Essens- oder Medizinversorgung, wären fatal. So bedient man sich in Kliniken schon seit vielen Jahren für den internen Materialtransport moderner Automatischer Transportanlagen (AWT) mit fahrerlosen Transportfahrzeugen (FTF).
Ein besonders erfahrener Lieferant dieser Systeme ist die Firma MLR System GmbH. Sie baute schon in den Siebzigerjahren solche Anlagen für Krankenhäuser, die – ab und an modernisiert – heute noch in Betrieb sind. Zu den neuesten Projekten, die im kommenden Jahr in Betrieb gehen werden, gehört ein äußerst komplexes System im Neubau des Klinikums Offenbach (NKO). Zum Lieferumfang von MLR als Generalunternehmer gehören 15 freifahrende Unterfahrschlepper in Edelstahl mit wartungs- und gasungsfreien Batterien und passenden Ladegeräten, 55 krankenhaustypische Edelstahlcontainer, eine Containerwaschanlage (CWA), stationäre Fördertechnik zum Speichern, Zu- und Abführen der Container, eine komplette Rohrpostanlage, die umfangreiche Verkabelung sowie der Leitstand und die Werkstatt für die FTF und die Container.
Das ganze System ist dazu bestimmt, Container mit Essen, Wäsche, Apothekengüter sowie medizinischen Sachbedarf, Sterilgut und Lagerware zum richtigen Zeitpunkt zum richtigen Ziel zu bringen und so die Ver- und Entsorgung aller Untersuchungs-, Behandlungs- und Pflegebereiche im Krankenhaus sicherzustellen. Bei derart vielen Quellen und Senken ist ein ausgefeiltes, ausfallsicheres Steuerungs- und Verwaltungssystem, das sieben Tage in der Woche und 52 Wochen im Jahr arbeiten kann, unerlässlich. Für solche Aufgaben hat MLR die inzwischen vielfach bewährte Software „LogOS-Hospital“ entwickelt, die in Offenbach auf zwei PC im Hot-Standby-Betrieb laufen wird. LogOS-Hospital übernimmt die Auftragsvergabe an die FTF und die Verkehrsregelung auf der rund 350 Meter langen Strecke über WLAN, steuert die speicherprogrammierbaren Steuerungen (SPS) der Fördertechnik und der acht Aufzüge und verarbeitet die Ident-Informationen (einschließlich die der RFID-Tags an den Containern) aller beteiligten Komponenten und Gewerke. Dazu gehören auch die Brandmelder der Brandschutztüren, normale Türen, Aufzüge und Ladegeräte.
MLR realisiert das komplexe System nicht nur, das Unternehmen übernimmt auch die Finanzierung und betreibt die Anlage in den nächsten 15 Jahren. Folglich ist es auch für alle Reparaturen und Ersatzteile, die in diesem Zeitraum anfallen, verantwortlich.