Der wichtigste beeinflussbare Faktor bei der Entstehung einer Kniearthrose ist Übergewicht. Normalgewicht reduziert das Risiko, an einer symptomatischen Kniearthrose zu erkranken. Und nicht umsonst rät man Übergewichtigen mit solchen Beschwerden, das Gewicht zu reduzieren. Das empfehlen nicht zuletzt auch die beiden renommierten Fachgesellschaften "American College of Rheumatology" und "European League Against Rheumatism".

Nun wollten es Wissenschaftler aber genau wissen: Um wie viel reduziert sich die Last auf das Kniegelenk pro verlorener Gewichtseinheit? Dazu gewannen sie 142 Personen für eine Untersuchung. Alle Probanden waren ältere Menschen mit eher sitzendem Lebensstil, die übergewichtig waren und an einer radiographisch gesicherten Kniearthrose litten, die ihnen auch klinisch Probleme bereitete. Mit Hilfe spezieller Techniken konnten die Wissenschaftler jene Kräfte messen, die bei Alltagsaktivitäten wie zum Beispiel dem Laufen auf die Kniegelenke einwirkten.

18 Monat lang unterzogen sich die Probanden einem Programm zur Gewichtsreduktion. Außerdem bewegten sie sich stärker als zuvor. Danach untersuchte man die Kniegelenke ein zweites Mal.

Es zeigte sich ein klarer positiver Zusammenhang zwischen dem Verlust an Gewicht und der Abnahme jener Kräfte, die aus verschiedenen Richtungen auf das Knie einwirken: Die direkte Kompressionskraft wurde schwächer (p gleich 0.001), die Abduktionskräfte ebenfalls (p gleich 0.03), ebenso die medialen Rotationskräfte (p gleich 0.02). Pro verlorenem Kilogramm Gewicht (9,8 N) verminderte sich die Kompressionskraft um 40,6 N. Das entspricht dem Vierfachen des verlorenen Gewichts. Wenn man bedenke, wie viel der Menschen jeden Tag läuft, müsse Abnehmen auch klinisch entlastend auf die Knie wirken, schreiben die Studienautoren.

MEDICA.de; Quelle: Arthritis & Rheumatism 2005, Vol. 52, S. 2026-2032