Adipositas: Abnehmen mit Magenband und Hormonzusatz

24.06.2013
Foto: Magen

Der Effekt eines Magenbandes auf das Gewicht kann durch die zusätzliche Aktivierung des GPL-1-Rezeptors ver-
stärkt werden; © panthermedia.net/
Sebastian Kaulitzki

Deutsche Wissenschaftler haben gemeinsam mit amerikanischen Partnern einen neuen Ansatzpunkt zur verbesserten Behandlung von Fettleibigkeit (Adipositas) entwickelt.

Wie die Forscher um Professor Matthias Tschöp, Direktor des Instituts für Diabetes und Adipositas (IDO) am Helmholtz Zentrum München, und Doktor Kirk Habegger vom Metabolic Disease Institute, Universität Cincinnati, USA, herausfanden, verstärkt das im Magen-Darm-Trakt gebildete Hormon Glukagon-like Peptide 1 (GLP-1) die Wirkung eines Magenbandes auf den Gewichtsverlust.

Es gibt verschiedene chirurgische Methoden zur Bekämpfung von Fettleibigkeit. Das Magenband hat gegenüber anderen chirurgischen Methoden den Vorteil, dass die Operation verhältnismäßig unkompliziert und für den Patienten besser verträglich ist. Hinzu kommt, dass das Magenband jederzeit operativ wieder entfernt werden kann. Der entscheidende Nachteil ist jedoch, dass der erzielte Gewichtsverlust im Vergleich zu anderen chirurgischen Methoden gering ist.

Wie die Wissenschaftler um Tschöp und Habegger nun herausfanden, kann durch eine Aktivierung des GPL-1-Rezeptors die Wirkung des Magenbandes wesentlich verstärkt werden. Eine Kombination von Band und Hormontherapie führte an fettleibigen Ratten zu annähernd dem gleichen Gewichtsverlust wie ein Magenbypass. „Besonders wichtig ist dabei jedoch der richtige medikamentöse Ansatz“, betont Tschöp.

Zukünftig wollen die Forscher nun herausfinden, ob eine Kombination mehrerer im Magen-Darm-Trakt gebildeter Hormone die Wirkung des Magenbandes weiter verstärken kann. "Wir glauben heute, dass Kombinationstherapien das zukünftige Mittel der Wahl für die Behandlung ausgeprägter Adipositas sein werden", so Tschöp. "Eine sogenannte Polytherapie mit chirurgischen und medikamentösen Elementen ist neu und vielversprechend. Diese wurde allerding bisher noch nicht am Menschen durchgeführt."

MEDICA.de; Quelle: Helmholtz-Zentrum München