Hand-Transplantation: Abstoßungsreaktion verhindert

22.08.2013
Foto: Hand

Für Patienten, die ihre Hand verloren haben, ist eine Handtransplantation bei geeigneten Voraussetzungen die beste Behandlungsmethode;
© panthermedia.net/Marc Dietrich

Hoffnung für Hand-Amputierte: Forschende des Inselspitals und der Universität Bern testen erfolgreich eine neue Methode zur lokalen Immunsuppression.

Jahr für Jahr verlieren in der Schweiz 15 bis 20 Menschen durch Unfall ihre Hand. Insbesondere bei Patienten, die beide Hände verloren haben, ist die Handtransplantation bei geeigneten Voraussetzungen die beste Behandlungsmethode.

Das Hauptproblem dabei: Die Patienten müssen immunsupprimiert werden, das heißt, ihr gesamtes Immunsystem muss mit Medikamenten heruntergefahren werden, damit der Organismus das fremde Gewebe nicht abstößt. Diese Therapie ist mit unerwünschten Nebenwirkungen und Einschränkungen der Lebensqualität verbunden. Die Patienten hatten bisher indessen keine andere Wahl.

Im Laborversuch mit Ratten konnte nun aber die systemische (totale) Immunsuppression durch eine lokale Behandlung der transplantierten Gliedmaße ersetzt werden. Gelungen ist dies einem Forschungsteam der Universitätsklinik für Plastische- und Handchirurgie des Inselspitals und des Departements Klinische Forschung (DKF) der Universität Bern um Dr. Thusitha Gajanayake aus Sri Lanka.

Prof. Robert Rieben, Forschungsleiter Hand-Transplantation sagt: „Die Resultate sind äußerst vielversprechend. Bereits eine einmalige Behandlung führte zu einer kompletten Verhinderung der Abstoßungsreaktion.“ Prof. Esther Vögelin: „Dieser Labor-Erfolg bedeutet für künftige Handtransplantations-Patienten Hoffnung auf eine deutlich verbesserte Lebensqualität, weil die systemische Immunsuppression reduziert oder ganz weggelassen werden könnte.“

Das Forschungsteam arbeitet nun mit Feuereifer am langjährigen Ziel weiter, in der Schweiz eine Hand-Transplantation vornehmen zu können. Längerfristig soll dies dann mit einem optimierten Konzept der Immunsuppression geschehen können.

MEDICA.de; Quelle: Universität Bern