Die britischen Streitkräfte sind zur Zeit sowohl in Afghanistan als auch im Irak stationiert. Verschiedentlich haben britische Militärexperten darauf hingewiesen, dass mit diesem Einsatz die britische Armee an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit gekommen sei oder diese sogar schon überschritten habe. In einer Studie sollte jetzt untersucht werden, welche Folgen der häufige und lange Einsatz der britischen Soldaten in Afghanistan und Irak für die geistige Gesundheit der Soldaten hat.

Wissenschaftler verschiedener britischer Krankenhäuser und Forschungseinrichtungen untersuchten eine zufällig, aber repräsentativ ausgesuchte Kohorte von 5.547 britischen Soldaten, die in den vergangenen drei Jahren entweder in Afghanistan oder dem Irak oder in beiden Ländern gedient hatten. Die Soldaten wurden anhand des „general health questionnaire-12“ untersucht, außerdem interessierten sich die Studienleiter für Symptome einer „post traumatic stress disorder (PTSD)“, den körperlichen Zustand und den Alkoholkonsum der Probanden.

Dabei zeigte sich klar: Wenn Soldaten mindestens 13 Monate in einem der beiden Länder gedient hatten und dort einer hohen Belastung ausgesetzt waren, hatte das deutliche Auswirkungen auf ihren psychischen und auch physischen Gesundheitszustand: Symptome eines PTSD waren bei ihnen 55 Prozent wahrscheinlicher als bei anderen Soldaten, die nicht so lange im Feindeinsatz waren. Verschiedene körperliche Beschwerden sind 49 Prozent häufiger. Einen deutlichen Zusammenhang gibt es offenbar auch zwischen der Dauer der Stationierung und dem Alkoholkonsum.

Interessanter weiterer Befund dieser Studie: Die Zahl der Stationierungen in Afghanistan oder Irak hatte nur einen geringen Einfluss auf all diese Probleme. Viel wichtiger ist dagegen die Dauer der Stationierung.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2007, Vol. 335, S. 603