29.02.2008

InterComponentWare AG

Agfa HealthCare, ICW und Sun Microsystems gründen Open eHealth Foundation:

Open Source für eHealth –
Open eHealth Foundation stellt Basis für Interoperabilität zur Verfügung

Orlando/FL, 26. Februar 2008 – Agfa HealthCare, der eHealth-Spezialist InterComponentWare (ICW) und Sun Microsystems haben auf der HIMSS08 die Open eHealth Foundation gegründet. Die Open eHealth Foundation ist eine bisher einzigartige Open Source Initiative für den Gesundheits-IT-Bereich. Sie wird Software-Komponenten unter einer Open Source Lizenz anbieten, die den Austausch medizinischer Informationen auf Basis offener Standards ermöglichen.

Der eHealth-Markt wird zukünftig explosionsartig wachsen: Die Gesundheitssysteme der Industrienationen stehen vor immer größeren Herausforderungen; gleichzeitig werden im medizinischen Bereich immer mehr Informations- und Kommunikationssysteme genutzt. Eine Studie der EU-Kommission kommt zu dem Ergebnis, dass das weltweite Umsatzpotenzial für eHealth-Lösungen zwischen 60 und 70 Milliarden Euro pro Jahr liegen wird* . Um dieses enorme Marktpotenzial zu erschließen und die medizinische Versorgung weiter zu verbessern, ist es wichtig, professionelle Systeme und persönliche Gesundheitsakten unterschiedlichster Anbieter interoperabel zu machen.

Open Source für eHealth
Die Gründungsmitglieder der Open eHealth Foundation haben erkannt,
• dass eine Software-Entwicklungsplattform für eine weltweite Entwicklergemeinde nötig ist, um die Digitalisierung des Gesundheitswesens voranzutreiben.
• Den Mitgliedern der Foundation und anderen Anbietern muss dazu ein Framework zur Verfügung gestellt werden, um Lösungen zu entwickeln, die auf vorhandenen klinischen und administrativen Standards aufbauen und Interoperabilität zwischen unterschiedlichen Plattformen und Komponenten ermöglichen.

Die Foundation will vorhandene Open Source Projekte nutzen, um eine Plattform zu entwickeln, auf der ihre Mitglieder und andere Anbieter kostenfreie Open Source Komponenten und Referenzimplementierungen erstellen können, um basierend auf offenen Standards eine hohe semantische Interoperabilität zu erreichen. Dabei entwickelt die Open eHealth Foundation keine neuen Interoperabilitätsstandards, sondern wird mit vorhandenen Standardisierungsgremien zusammenarbeiten, um die bereits definierten Standards in ihren Open Source Komponenten zu implementieren. Die Foundation wird außerdem Referenzimplementierungen für diese Standards bereitstellen. Erste Komponenten werden Lösungen für das Management von Einwilligungen von Patienten, virtuelle Patientenakten, das Management von Patienteninformationen und Dienste für das standardisierte User-, Rollen- und Beziehungsmanagement bereitstellen. Diese Komponenten werden auf vorhandenen Open Source Projekten wie OpenESB, Glassfish, OpenSSO und Mural aufbauen.

Interoperabilität für neue und vorhandene Lösungen
Die Open Source Komponenten der Foundation können in neuen oder bereits vorhandenen Produkten genutzt werden, um eine bessere Interoperabilität bei gleichzeitig niedrigeren Integrationskosten zu erreichen. Dabei stellt die verwendete Open Source Lizenz sicher, dass die Komponenten in kommerziellen Produkten verwendet werden können, ohne dass diese selbst als Open Source bereitgestellt werden müssen. Erste Referenzimplementierungen werden bereits vorhandene Open Source Projekte der Gründungsmitglieder nutzen, z.B. aus den Bereichen Security, Single-Sign-On, Enterprise Service Bus, SOA Governance und Registry/Repository. Diese Implementierungen werden ebenfalls als Open Source verfügbar sein und auf Messen und Konferenzen demonstriert.

Offen für weitere Mitglieder
Die Open eHealth Foundation ist offen für weitere Mitglieder, die sich an einem offenen, konsensbasierten Industrieforum beteiligen wollen. Dabei wird das eHealth-Framework der Foundation allen Interessenten kostenfrei zur Verfügung stehen. Mitglieder der Foundation können sich darüber hinaus aktiv an der Weiterentwicklung der Strategie und der Roadmap der Initiative beteiligen.
Es werden drei Arten der Mitgliedschaft angeboten:
1. „Contributing members” können ihre Komponenten zur Open Source Code Base hinzufügen.
2. “Participating members” können zusätzlich Projekte der Foundation übernehmen. Gleichzeitig werden sie im Vorstand der Foundation durch eine feste Anzahl von Vorstandsmitgliedern vertreten.
3. “Promoting members” bringen sich intensiv in die Foundation ein und können besonderen Einfluss auf die Weiterentwicklung der Initiative nehmen.
Aktuell laufen Verhandlungen über den Beitritt weiterer führender Anbieter von Gesundheits-IT-Lösungen zur Open eHealth Foundation.
Wayne Owens, Vice President Healthcare Integration Platforms bei Sun Microsystems, beschreibt, warum er und sein Unternehmen die Foundation unterstützen: "Sun hat sich schon früh dafür entschieden, an Open Source Projekten mitzuwirken und sie zu fördern. Damit haben wir neue Wege eröffnet, neue Technologien zu entwickeln, evaluieren und einzusetzen. Heute machen wir einen großen Schritt darauf zu, dieses Modell für die Gesundheits-IT zu wiederholen. Als Gründungsmitglied der Open eHealth Foundation zeigt Sun, dass wir die enormen Möglichkeiten des eHealth-Marktes erkannt haben." Thomas Liebscher, Chief Technology Officer von ICW, fügt hinzu: „Als eHealth-Spezialist mit nahezu zehn Jahren Erfahrung haben wir schon lange erkannt, dass monolithische Systeme die sehr unterschiedlichen Anforderungen für eine Vernetzung im Gesundheitswesen nicht erfüllen können. Ergänzt man vorhandene Systeme, um medizinische Informationen auszutauschen, ergeben sich völlig neue Möglichkeiten für die medizinische Versorgung.“ Geert Claeys, Technology Manager von Agfa HealthCare, stellt fest: “Qualitäts- und Effizienzgewinne bei der medizinischen Versorgung werden durch die fehlende gemeinsame offene Infrastruktur behindert. Eine solche Infrastruktur muss für medizinische Dienstleister, Patienten und andere Nutzergruppen gleichermaßen zugänglich sein. Die Foundation wird dieses Problem angehen, indem sie der eHealth-Community die notwendige Basis bereitstellt und es ihr so ermöglicht, zu wachsen. Damit können sich Softwarehersteller darauf konzentrieren, Lösungen zu entwickeln, die dem Nutzer einen echten Mehrwert bieten.”

Weitere Informationen zur Open eHealth Foundation und Möglichkeiten zur Teilnahme finden Sie unter www.openehealth.org.

*"eHealth Task Force Report der Europäischen Kommission", S. 12, 2007,
http://ec.europa.eu/information_society/activities/health/docs/lmi-report-final-2007dec.pdf