Aggressivster Gehirntumor in Mäusen bekämpft

Im Innern der Mäuse gegen
den Krebs kämpfen
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Glioblastome sind schlecht zu therapieren, weil ihre Struktur außerordentlich fest ist. So gelangen Wirkstoffe kaum in die Tumoren. "Das Ziel einer Behandlung muss deshalb sein, die zugänglichen Zellen an der Oberfläche der Geschwulst schneller zu töten, als im Inneren neue Krebszellen erzeugt werden können", erklärt Professor Dr. Ernst Wagner, Lehrstuhl für Pharmazeutische Biologie-Biotechnologie der Ludwig-Maximilians- Universität München. "Die Tumorzellen müssen auf mehreren Wegen gleichzeitig angegriffen werden. Denn nur so kann ein erneutes Wachstum der Geschwulst verhindert werden."

All dies scheint den Wissenschaftlern mit einem neuen Therapieansatz gelungen zu sein - wenn bislang auch nur bei Mäusen mit menschlichen Glioblastomen. Ausgangspunkt des neuen Verfahrens war der Wachstumsfaktor EGF, der natürlich im Körper vorkommt und sehr selektiv an "Epidermal Growth Factor Receptor" (EGFR). Bei der Hälfte bis zu einem Drittel der Glioblastom-Zellen ist die Produktion des EGFR um das zehn- bis hundertfache erhöht.

Die Forscher hängten ein synthetisch hergestelltes, doppelsträngiges RNA-Molekül, das den programmierten Zelltod auslösen kann, an EGF. Dies band an EGFR, welcher nur eine gewisse Zeit an der Oberfläche einer Zelle sitzt und dann wieder von dieser aufgenommen wird. So gelangte das RNA-Molekül ins Zellinnere, wo es eine Reihe von Immunreaktionen auslöste. Der programmierte Zelltod trat in vitro schon etwa eine Stunde nach Beginn der Behandlung auf.

Aber auch bei Mäusen mit menschlichen Glioblastomen zeigte sich eine durchschlagende Wirkung nach relativ kurzer Zeit. Die Tumoren bildeten sich komplett zurück, ohne dass schädliche Nebenwirkungen bei gesunden Zellen auftraten.

MEDICA.de; Quelle: Ludwig-Maximilians-Universität München