Anstatt zu Aktivität zu ermuntern, legten sie zu viel Wert auf die Schulung rückengerechten Verhaltens und können damit Bewegungsangst und übertriebene Aufmerksamkeit fördern, so die Studie der Bertelsmann Stiftung. Erstellt wurde sie von Klaus Pfeifer, Professor am Sportwissenschaftlichen Institut der Universität Erlangen. In der Studie wurden zehn der am weitesten verbreiteten Rückenschulkonzepte analysiert und bewertet.

Die Analyse zeigt: Rückenschmerzen und ihre Chronifizierung können am ehesten durch solche Konzepte vermieden werden, die Patienten an regelmäßige körperliche Aktivität heranführen, sie gezielt informieren und Positivbotschaften vermitteln. Auch Entspannungstechniken sind wichtige Elemente einer wirkungsvollen Rückenschule.

Von den untersuchten Konzepten erfüllt das der Volkshochschulen diese Anforderungen am ehesten. Das VHS-Programm "Rückhalt - die Wirbelsäule trainieren, den Rücken stärken" baut darauf auf, dass Menschen einen aktiveren und optimistischeren Umgang mit ihrer Wirbelsäule lernen.

Damit positive Beispiele wie dieses kompetent in die Praxis umgesetzt werden könnten, sei es notwendig, die Kursleiter umfassend zu schulen, so Eckhard Volbrach. "Patienten aufklären, aktivieren und ermuntern - das sind die wichtigsten Voraussetzungen für eine wirksame Prävention von Rückenschmerzen."

Erfreulicherweise bewege sich auf diesem Gebiet in Deutschland inzwischen einiges, so Volbracht: Seit Jahresanfang würden im Rahmen einer intensiven Kooperation aller Rückenschulverbände die Rückenschulkonzeptionen überarbeitet und an den aktuellen Wissensstand angepasst. Wenn die Konzepte entsprechend ausgerichtet und durchgeführt würden, sei ein erheblicher Beitrag zur Prävention von Rückenschmerzen zu erwarten.

MEDICA.de; Quelle: Bertelsmann Stiftung