Bundesregister: Aktuelle Zahlen zu Krebserkrankungen

13.03.2013

Foto: Deutscher Krebsatlas

Darstellung des Deutschen Krebsatlas; © GEKID

Der interaktive Atlas der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister e.V. (GEKID) präsentiert ab sofort die aktuellen Zahlen zum Krebsgeschehen aus den epidemiologischen Krebsregistern der Bundesländer.

„Erfreulich sind weiter sinkende Neuerkrankungsraten beim Darmkrebs. Verglichen mit dem Jahr 2004 ist die altersbereinigte Erkrankungshäufigkeit im Jahr 2010 um mehr als 10 Prozent gesunken“, erklärt Professor Alexander Katalinic von der Universität zu Lübeck.

Im Jahr 2010 wurden 63.000 Personen einer neuen Darmkrebserkrankung registriert, im Jahr 2004 waren es 66.000. Auch die Darmkrebssterblichkeit ist mit 25.700 Todesfällen die niedrigste der letzten 20 Jahre. „Dieser Rückgang dürfte, neben verbesserten Therapiemöglichkeiten auch auf die Einführung der Darmkrebsspiegelung als Früherkennungsmaßnahme im Jahr 2002 zurückzuführen sein“, sagt Katalinic.

Für das Jahr 2010 geht die GEKID aufgrund der Daten der Landeskrebsregister von etwa 480.000 neuen Krebserkrankungen in Deutschland aus. Im Ländervergleich, für den erstmals auch aus Hessen belastbare Daten vorliegen, erkranken Männer in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und dem Saarland am häufigsten an Krebs, in diesen drei Regionen liegen die Neuerkrankungsraten um rund 10 Prozent beziehungsweise 5 Prozent über der Deutschlandschätzung (504/100.000 und 455/100.000, jeweils altersstandardisierte Rate, Europa-Standardbevölkerung). Bei den Frauen werden die häufigsten Krebsneuerkrankungen in den nördlichen Bundesländern Hamburg (397/100000), Schleswig-Holstein (380/100.000) und Niedersachsen (365/100.00) festgestellt, die über der Deutschlandschätzung der GEKID (344/100.000) liegen.

Häufigste Tumorart beim Mann ist mit etwa 65.000 Fällen weiterhin das Prostatakarzinom, gefolgt von Darmkrebs (34.000) und Lungenkrebs (33.000). Bei der Frau ist trotz eines leichten Rückgangs Brustkrebs weiterhin die häufigste Tumorerkrankung (69.000), gefolgt ebenfalls von Darm- und Lungenkrebs (29.000 bzw. 16.000).

„Während bei Lungenkrebsneuerkrankungen der Trend für Männer in allen Ländern nach unten zeigt, ist für Frauen der kontinuierlicher Anstieg Lungenkrebserkrankungen deutlich zu erkennen,“, erklärt Doktor Stefan Hentschel. „Zwar erkranken immer noch deutlich mehr Männer an Lungenkrebs als Frauen (im Jahr 2010 etwa 33.000 Männer und 16.000 Frauen). Wir sollten aus der erkennbaren Zunahme der Lungenkrebserkrankungen bei Frauen auch Schlüsse ziehen. Nach epidemiologischen Erkenntnissen ist der weit überwiegende Anteil aller Lungenkrebsfälle auf das Rauchen zurückzuführen. Das zeigt, dass Nichtraucher-Schutz und Rauchentwöhnung gar nicht eindringlich genug beworben werden können.“

MEDICA.de; Quelle: Universität zu Lübeck

Die aktuellen Zahlen zum Krebsgeschehen in Deutschland finden Sie unter: www.gekid.de