Rückenschmerzen im unteren Lendenbereich sind ein häufiges medizinische Problem. Neben konventionellen Therapien hat sich auch die Akupunktur als hilfreich darin erwiesen, verschiedene Arten des Schmerzes zu lindern. Wachsendes Interesse bei dieser Art von Beschwerden genießt seit einiger Zeit die Akupressur, bei der Druck mit den Fingern ausgeübt wird.

In einer kontrollierten Studie wurde nun die Akupressur gegen konventionelle physiotherapeutische Techniken getestet. An der Studie nahmen 129 Patienten teil, die alle an chronischen Beschwerden im unteren Rückenbereich litten. Randomisiert erhielten sie jeweils einen Monat lang Akupressur oder physikalische Therapie. Zu Beginn der Studie, nach deren Ende und sechs Monate später wurden die Beschwerden der Patienten mit Hilfe des „Roland and Morris disability questionnaire“ gemessen.

Unmittelbar nach der Behandlung waren die Werte dieses Scores in der Gruppe jener Patienten, die mit Akupressur behandelt worden waren, signifikant niedriger als in der Gruppe der physiotherapeutisch Behandelten. Sechs Monate nach der Studie war der Vorteil für die Akupressur noch immer nachweisbar.

Die Studie hatte Schwächen, wie auch die Studienleiter schreiben. Möglicherweise hat sich bei der Akupressur eine enge Beziehung zwischen dem Patienten und seinem Therapeuten entwickelt, so dass psychologische Effekte nicht auszuschließen sind. Außerdem ist das Ergebnis jeglicher Manipulationstechnik immer nur so gut wie der Therapeut. Es war nicht auszuschließen, dass die Behandler jeweils ihre eigenen „Tricks und Kniffe“ anwendeten. Dennoch, so die Studienleiter, zeige ihre Studie den Wert der Akupressur für die Therapie von Rückenbeschwerden.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2006, Vol. 332, S. 696-700