Akupunktur bringt Spermien auf Trab

Motilitätssteigerung auf asiatische
Art; © Hemera

Gelegentlich gab es Berichte aus unkontrollierten Studien, wonach die Kunst des Stechens positive Auswirkungen auf die männliche Zeugungsfähigkeit hat. So soll sich die Spermienkonzentration ebenso verbessert haben wie deren Motilität. Berichtet wurde auch über eine Anhebung des Testosteronspiegels. Außerdem soll Akupunktur die Zahl normal geformter Spermien erhöht und zu signifikant weniger deformierten Spermien geführt haben.

Diese Berichte kranken allerdings daran, dass systematische Studien zu dieser Frage bislang noch kaum durchgeführt wurden. Jetzt kommt Nachricht von einer gemeinsamen deutsch-italienischen Studiengruppe. 40 Männer mit idiopathischer Oligospermie, Asthenospermie oder Teratozoospermie wurden in eine Studie aufgenommen. 28 von ihnen (70 Prozent) wurden fünf Wochen lang zwei Mal wöchentlich mit Akupunktur behandelt. Die Spermienproben dieser Männer verglich man mit jenen der zwölf unbehandelten Männer.

Nach der Akupunktur konnte man in den Proben der behandelten Männer signifikant mehr Spermien nachweisen als in den Vergleichsproben. Die Position der Akrosomen in den Zellkernen verbesserte sich ebenfalls. Auch weitere Parameter für die Spermiengesundheit stellten sich in der Akupunkturgruppe überzeugender dar. Andere spezielle pathologische Deformitäten dagegen blieben in beiden Gruppen unverändert: etwa die Zahl der apoptotischen oder der unreifen Spermien.

Die Autoren sind überzeugt davon, dass man die Akupunktur als seriöse Behandlungsoption für die Therapie der idiopathischen männlichern Infertilität in Betracht ziehen sollte. Deren Wirkung beruht wohl eher auf einer allgemeinen Qualitätsanhebung der Spermien. Spezifische Deformitäten lassen sich durch Akupunktur dagegen nicht beeinflussen.

MEDICA.de; Quelle: Fertility and Sterility 2005, Vol. 84, S. 141-147