Akupunktur geht auch ohne Nadeln

Bei Laserakupunktur sollten Nadel-
phobiker aufhorchen; © Hemera

Nadelphobikern treibt der Gedanke an das therapeutische Pieksen den Angstschweiß auf die Stirn. Für solche Patienten und für Kinder ist dann die schmerzlose Laserakupunktur eine Alternative. „Man bekommt mit Laserakupunktur eine ähnliche Wirkung wie mit der üblichen Akupunktur“, sagt Professor Frank Bahr von der Europäischen Akademie für Traditionelle Chinesische Medizin (EATCM) in München. Bei dem Verfahren werden Lasernadeln auf die Akupunkturpunkte lediglich aufgesetzt und auf der Haut fixiert, ohne dass Gewebe verletzt wird.

Dass der Laser trotzdem kein fauler Zauber ist, wurde laut Bahr mehrfach belegt: Nur wenn ein Akupunkturlaser einen Akupunkturpunkt bestrahlt, löst er auch einen Effekt aus, an anderen Stellen nicht, erläutert Bahr. Im Rahmen der MEDICA 2005 wird Bahr die Laserakupunktur bei Patienten mit verschiedenen Krankheiten live demonstrieren.

Bei einer Studie mit 27 Patienten setzten die Akupunkteure traditionelle Metallnadeln und Lasernadeln ein. Die Leistung des Laserstrahls variierte von 1,5 bis fünf Watt pro Quadratzentimeter. Mittels Doppler-Sonographie prüften die Forscher, ob die Blutflussgeschwindigkeit in der Augenschlagader auf die Behandlung reagierte. Das Ergebnis: Sowohl die Reizung mit Metallnadeln als auch mit Lasernadeln steigerte die Fließgeschwindigkeit. Zusätzlich zeigte sich: Je heftiger der Laserreiz war, um so höher stieg die Geschwindigkeit.

Ein weiteres wichtiges Kriterium beim Laser-Nadeln ist übrigens die verwendete Wellenlänge. Denn sie bestimmt die Eindringtiefe des Strahls in das Gewebe. Grünes Laserlicht, so Bahr, eigne sich zum Beispiel nur für die Ohrakupunktur – in vier Millimetern Tiefe ist nämlich die Hälfte davon bereits absorbiert. Rotes Licht dagegen schaffe es, bis zu zehn Millimeter tief in die Haut einzudringen und infrarotes Licht sogar vier bis sechs Zentimeter.

MEDICA.de; Quelle: Dt. Gesellschaft zur Förderung der med. Diagnostik e. V.