Spannungskopfschmerzen machen sich in der Regel bilateral durch pressende oder ziehende Schmerzen ohne bekannte medizinische Ursache bemerkbar. Schon lange wird Akupunktur eingesetzt, um diese Art von Kopfschmerzen zu lindern. Die Effektivität dieser Therapie ist jedoch umstritten.

Näher untersucht wurde dies jetzt in der "Acupucture Randomised Trial in Tension-Type Headache (ART-TTH)"-Studie. In dieser dreiarmigen Studie verglichen die Studienleiter Akupunktur mit Minimal-Akupunktur, das heißt oberflächlichem Nadeln an nicht-akupunkturspezifischen Punkten, und keiner Akupunktur. Sowohl die Akupunktur als auch die "falsche" Akupunktur wurde von geschulten Akupunkteuren in zwölf Sitzungen zu jeweils 30 Minuten über insgesamt acht Wochen eingesetzt.

296 Patienten nahmen zwischen März 2002 und Januar 2004 an dieser Studie teil. Im Zeitraum zwischen dem Beginn der Studie und neun bis zwölf Wochen danach zeigte sich ein klarer Vorteil für die Akupunktur, aber seltsamerweise auch für die „falsche“ Akupunktur, jeweils im Vergleich zur Gruppe der Nicht-Akupunktierten: Die Zahl der Tage, an denen die Patienten an Spannungskopfschmerzen litten sank um durchschnittlich 7,2 Tage (Akupunktur) beziehungsweise 6,6 Tage (falsche Akupunktur) und 1,5 Tage (keine Akupunktur). Dieser Rückgang erreichte für die Akupunkturgruppen versus keine Akupunktur statistische Signifikanz, nicht jedoch gegeneinander.

46 Prozent der Patienten unter echter Akupunktur gelten als "Responder", das heißt dass die Zahl der Tage unter Spannungskopfschmerzen mindestens halbiert wurde. Unter "falscher" Akupunktur 35 Prozent und vier Prozent bei der Vergleichsgruppe. Leider beantworten die Studienleiter die naheliegende Frage nicht, ob es genügt, einfach Nadeln in die Kopfhaut zu stecken, um die Schmerzen zu reduzieren.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2005, Vol. 331, S. 376-382