Akupunktur schlägt Standard

Nadel schlägt Schmerzmittel und
Krankengymnastik; © Picture Disk

Das zeigt eine Studie, bei der allerdings eine "Schein"-Akupunktur“ mit oberflächlicher Nadelung an Punkten, die nicht als Akupunkturpunkte definiert sind, ebenso wirksam war wie die Akupunktur nach den Regeln der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).

In der dreiarmigen Studie an über 1.000 Patienten erhielten alle Patienten die Standardversorgung mit Medikamenten nach Bedarf und Krankengymnastik. In allen drei Behandlungsgruppen gab es zehn Arztbesuche. In den beiden Akupunkturgruppen erhielten die Patienten zusätzlich entweder zehn Behandlungen mit einer TCM-Akupunktur nach Lehrmeinungen der Deutschen Akupunkturgesellschaften bei Knieschmerzen, oder eine
"Schein"-Akupunktur. Hierbei wurden insgesamt zehn Nadeln oberflächlich und ohne Stimulation an ausgewählten Punkten gestochen, die nicht definierten Akupunkturpunkten entsprachen und nicht unmittelbar am Knie, sondern im Bereich des Knöchels, der Oberschenkel und am Arm lagen.

Als Erfolg definierte man eine mindestens 36%ige Verbesserung auf einer international anerkannten Bewertungsskala (WOMAC-Score), die sowohl Schmerz, Funktionalität als auch Gelenksteifigkeit erfasst. Die Messung erfolgte nach 26 Wochen.

Die Erfolgsraten betrugen 29 Prozent für die Standardtherapie, 53 Prozent für die TCM-Akupunktur und 51 Prozent für die Schein-Akupunktur. Beide Akupunkturtechniken waren deutlich wirksamer als die Standardtherapie, ein merklicher Unterschied zwischen den beiden Akupunkturbehandlungen zeigte sich nicht. Neben der langfristigen Verbesserung des Befindens der Patienten war auch der wesentlich geringere Verbrauch an Schmerzmedikamenten in den beiden Akupunkturgruppen gegenüber der Standardtherapiegruppe bemerkenswert.

Die beobachtete gleiche Wirksamkeit beider Akupunkturschemata zeigt, dass für eine erfolgreiche Behandlung die Punktauswahl nicht zwingend nach den Kriterien der TCM erfolgen muss und außerdem ein oberflächliches Stechen ausreicht.

MEDICA.de; Quelle: Annals of Internal Medicine 2006, Vol. 145, S. 12-20