Kniebeschwerden sind bei älteren Menschen sehr häufig, meist liegt eine Osteoarthrose zu Grunde. In der Regel werden Kniebeschwerden konservativ behandelt. Dazu gehören unter anderem physiotherapeutische Maßnahmen, spezielle Gymnastikübungen und auch Pharmakotherapie. Die Erfahrung zeigt, dass viele Betroffene aber nicht bereit sind, langfristig Medikamente einzunehmen und oft Zuflucht zur Komplementärmedizin nehmen. Mit am populärsten ist die Akupunktur.

In einer multizentrischen Studie sollte jetzt untersucht werden, welchen Wert die Akupunktur bei Kniebeschwerden hat. 352 Patienten im Alter über 50 Jahre an 37 physiotherapeutischen Zentren in Großbritannien nahmen daran teil. Alle Probanden hatten eine nachgewiesene Kniearthrose. Randomisiert erhielten 116 dieser Patienten eine gute Beratung. 117 weitere Probanden wurden nicht nur beraten, sondern absolvierten auch spezielle Gymnastikübungen in Verbindung mit einer echten Akupunktur. 119 Patienten erhielten neben Beratung und Übungen ebenfalls Akupunktur, aber eine „falsche“, bei der die Nadeln nicht wirklich eingestochen wurden, also auch keine Wirkung entfalten konnten.

Zu Beginn der Behandlung lag der durchschnittliche Schmerzwert bei 9,2 Punkten auf der „Western Ontario and McMaster Universities osteoarthritis index pain subscale“. Sechs Monate später hatten sich die Schmerzwerte in der ersten Gruppe um durchschnittlich 2,28 Punkte reduziert, in der zweiten Gruppe (mit echter Akupunktur) um 2,32 Punkte und lagen um 2,53 Punkte niedriger als der Ausgangswert bei vorgetäuschter Akupunktur. Keine der Differenzen zwischen den einzelnen Gruppen, erreichte statistische Signifikanz. Lediglich in Bezug auf die Schmerzintensität zeigte sich die Akupunktur der unechten Akupunktur leicht überlegen.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2007, Vol. 335, S. 436