Seit 1990 gehen die Ozonspitzenwerte dank einer konsequenten Luftreinhaltepolitik zurück, aber örtlich treten immer noch Ozonkonzentrationen oberhalb der Alarmschwelle auf, so das Umweltbundesamt (UBA). Das bedeute: Um Gesundheits- und Umweltgefahren zukünftig auszuschließen, ist eine weitere Verringerung des Ausstoßes der Ozon-Vorläufersubstanzen erforderlich.

Durch die drastische Minderung des Ausstoßes der Ozon-Vorläufersubstanzen zwischen 1990 und 2003 - bei Stickstoffoxiden (NOx) um 50 Prozent, bei den flüchtigen organischen Verbindungen (NMVOC) um 59 Prozent - haben die hohen Ozonkonzentrationen in Deutschland seit 1990 deutlich abgenommen, so die Zahlen des UBA.

Die örtlich immer noch vorkommende Überschreitung der Alarmschelle werde häufig in der Nähe von Petrochemieanlagen beobachtet, die neben dem Straßenverkehr als Hauptverantwortliche für den Ausstoß von NMVOC anzusehen sind. Wie Untersuchungen zeigten, führen kurzfristige Maßnahmen, wie regionale Geschwindigkeitsbegrenzungen für PKW und LKW, nur zu einer begrenzten Verringerung der Ozonkonzentrationen. Um gesundheitsgefährdende Konzentrationen auszuschließen, sei deshalb die dauerhafte Reduzierung von NOx und NMVOC notwendig.

Nach Expertenschätzungen ist in Europa der Ausstoß beider Stoffgruppen - bezogen auf die Emissionen des Jahres 2000 - um etwa 50 Prozent zu verringern. Um auch den grenzüberschreitenden Transport von Ozon und seinen Vorläuferstoffen zu vermindern, haben sich die 25 Staaten der EU auf nationale Emissionshöchstwerte geeinigt, die im Jahr 2010 einzuhalten sind.

Nach Erreichen dieses Ziels gehen die Experten davon aus, dass auch die häufigen Überschreitungen der Informationsschwelle von 180 µg/m³ deutlich abnehmen und der Zielwert zum Schutz der menschlichen Gesundheit von 120 µg/m³ als 8-Stunden-Mittel an weniger als den zulässigen 25 Tagen überschritten wird.

MEDICA.de; Quelle: Umweltbundesamt (UBA)