Die intravenöse Volumensubstitution gehört zu den Standardinterventionen auf Intensivstationen. Gerne verwendet werden Humanalbuminlösungen. Damit hofft man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen zu können: Zum einen wird dadurch Albumin ersetzt und so die Gefahr potentiell tödlicher Hypoalbuminurien herab gesetzt. Zum anderen kann man dadurch das Volumen erhöhen. Allerdings hatten Studien den Verdacht aufkommen lassen, dass die Gabe von Humanalbumin das Mortalitätsrisiko erhöhen könnte.

Nähere Daten dazu kommen jetzt von der "saline versus albumin fluid evaluation (SAFE)"-Studie. An dieser doppel blinden, randomisierten und kontrollierten Studie nahmen 6.045 Patienten in 16 Krankenhäusern Australiens und Neuseelands teil. Alle Patienten erhielten Infusionslösungen mit vierprozentigem Humanalbumin oder eine Natriumchoridlösung. Die Wissenschaftler interessierten sich für die Mortalität der Patienten in Abhängigkeit von deren Albuminwert.

Das relative Mortalitätsrisiko jener Patienten, die Humanalbumin erhielten und zu Beginn der Studie einen Serum-Albuminwert von mehr als 25 Gramm/Liter hatten im Vergleich zu jenen Patienten, deren Serum-Albuminwert unter diesem Grenzwert lag, war 0.87. Das entsprechende relative Risiko bei Natrumchloridlösungen: 1.09 (p gleich 0.08). Keine der untersuchten Unterschiede erreichten damit statistische Signifikanz.

So wie der Basis-Serumalbuminwert also offenbar keinen Einfluss auf die Mortalität nach Humanalbumin- oder Natriumchloridlösungen hat, so wirkte sich der Serumalbuminwert auch nicht auf die Länge des Aufenthaltes in der Intensivstation aus. Auch die absolute Dauer des Krankenhausaufenthaltes beziehungsweise die Dauer der Beatmungspflichtigkeit blieb vom Serum-Albuminwert unberührt.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2006, Vol. 333, S. 1044