Patienten erhalten nach einer Nierentransplantation typischerweise Tacrolismus und zwei weitere Immunsuppressiva wie etwa Prednisolon und Mycophenolat. Diese Kombination kann aber erhebliche unerwünschte Nebenwirkungen haben, was vor allem für Kinder ein Problem ist.

Erleichterung verspricht eine Vorbehandlung mit dem Wirkstoff Alemtuzumab. Dies ist ein monoklonaler Antikörper, der zur Behandlung von Krebserkrankungen zugelassen wurde. Eine Zulassung zur Immunsuppression gibt es bislang aber nicht.

Wissenschaftler der University of Pittsburgh, in Pennsylvania, USA haben diesen Wirkstoff nun aber im Rahmen einer Studie in dieser Indikation geprüft. Hintergrund ist, dass frühere Studien bereits das Folgende gezeigt haben: Wenn Erwachsene mit Alemtuzumab vorbehandelt werden, dann benötigen sie nach einer Nierentransplantation nur noch den Wirkstoff Tacrolismus. In einer neuen Studie wollten die Wissenschaftler nun untersuchen, ob dies auch bei Kindern so funktioniert. Dies wäre ein großer Vorteil, da Korikosteroide bei Kindern zu Wachstumsverzögerungen führen können.

An der Studie nahmen 24 Kinder im Durchschnittsalter von neun Jahren teil, die vor einer Nierentransplantation 0.4 bis 0.5 mg Alemtuzumab pro Kilogramm Körpergewicht erhielten. Nach der Transplantation bekamen die Kinder Tacrolismus bis zu einem Blutspiegel von 10 ng/mL.

Während des Nachbeobachtungszeitraums von durchschnittlich 15.6 Monaten überlebten alle Patienten und 96 Prozent aller transplantierten Nieren. Die Kreatininspiegel lagen bei durchschnittlich 0.87 mg/dL. Nach einem Jahr gab es einen Fall einer akuten zellularen Abstoßung und 645 Tage nach der Transplantation wurde eine weitere Niere wegen vaskulärer Torsionen verloren. Weitere Untersuchungen sollen nun zeigen, ob man mit Alemtuzumab möglicherweise irgendwann ganz auf weitere Wirkstoffe verzichten kann.

MEDICA.de; Quelle: American Transplant Congress Abstract 340