Die Behandlung mit Glukokortikoiden kann zu einem Verlust der Knochendichte führen, der bereits relativ bald nach Therapiebeginn einsetzt. Dadurch steigt das Risiko von Knochenfrakturen. Mit verschiedenen Wirkstoffen versucht man, dies aufzuhalten. Eingesetzt werden unter anderem Bisphosphonate wie Alendronat oder der Wirkstoff Alfacalcidol.

In einer Studie wurden nun beide Substanzen miteinander verglichen. 201 Patienten mit einer rheumatischen Erkrankung nahmen daran teil. Sie alle erhielten Glukokortiokoide, die mindestens 7,5 mg Prednisolon pro Tag entsprachen. Randomisiert bekamen die Patienten zusätzlich entweder 10mg Alendronat pro Tag (100 Patienten) oder 1 Mikrogramm Alfacalcidol (101 Patienten). 163 Patienten beendeten die Studie.

Unter Alendronat erhöhte sich die Knochendichte in den Lumbalwirbeln um 2,1 Prozent und sank um 1,9 Prozent unter Alfacalcidol. 18 Monate nach Studienbeginn betrug der Unterschied in der Veränderung der Knochendichte 4,0 Prozent zum Vorteil von Alendronat. Bei drei Patienten in der Alendronat-Gruppe traten neue Wirbelverformungen oder –brüche auf, unter Alfacalcidol waren es acht Patienten. Drei dieser acht Brüche waren zudem symptomatisch.

Bei der glukokortikoid-induzierten Osteoporose möchten die Studienautoren also ganz klar dem Bisphosphonat Alendronat gegenüber dem Alfacalcidol den Vorzug geben. Wahrscheinlich wirkt dieser Wirkstoff antiresorptiv. Außerdem hemmt er die Apoptose von Osteoblasten.

MEDICA.de; Quelle: New England Journal of Medicine 2006, Vol. 355, S. 675-684