Alkohol schützt auch das Hirn

Hin und wieder ein Gläschen
schadet nicht. © Pixelquelle.de

Moderater Alkoholkonsum schützt die Gefäße und kann das kardiovaskuläre Risiko senken. Dies ist bekannt und wurde oft beschrieben. Der Einfluss des Alkohols auf das Risiko eines ischämischen Insults dagegen ist weitgehend unklar.

Dies untersuchte nun eine Studie mit 3.176 gesunden Versuchspersonen über 40 Jahre mit einem Durchschnittsalter von 69,1 Jahren, die in den Jahren 1993 bis 2001 in eine prospektive Kohortenstudie eingeschlossen wurden. Mit Hilfe von Interviews bestimmten die Studienleiter den Alkoholkonsum der Probanden und klassifizierten ihn in „keinen Alkoholkonsum während des letzten Jahres“, „mehr als ein Drink im vergangenen Monat bis zu höchstens zwei Drinks pro Tag“ (moderate Alkoholtrinker) und „mehr als zwei Drinks pro Tag“. Die meisten der Probanden (62,3 Prozent) gehörten in die Gruppe der Alkoholabstinenten, während 32,5 Prozent als „moderate Alkoholkonsumenten“ galten.

190 Fälle eines ersten Insults traten während des Nachbeobachtungszeitraums von durchschnittlich 5,9 Jahren auf. Die meisten (172) waren ischämische Insulte. 19 Fälle einer intrazerebralen Hämorrhagie wurden beobachtet. Im Vergleich zu jenen Probanden, die gar nichts tranken, hatten die „moderaten Trinker“ ein signifikant niedrigeres Risiko, einen ischämischen Insult zu erleiden (relatives Risiko: 0.67). Ebenfalls erniedrigt war das Risiko eines Myokardinfarkts oder ischämischen Insults (relatives Risiko: 0.74). Dieses Ergebnis war unabhängig von Geschlecht, Alter oder ethnischer Zugehörigkeit.

Die Studienleiter wollen zwar nicht so weit gehen, das moderate Trinken von Alkohol zu empfehlen. Sie stellen aber auch klar: Wer ohnehin gerne mal ein Gläschen hebt, sollte diese gute Gewohnheit nicht aufgeben.

MEDICA.de; Quelle: Stroke 2006, Vol. 37, S. 13-19